Wenn die Praktikantin ein eigenes Food Start Up gründet

17 min zu lesen

yamo Talks: Interview mit Venus Mijatovic

Zur Person:

Venus ist 19 Jahre alt, ernährt sich seit 9 Jahren vegetarisch und ist vor einem Jahr auf vegane Ernährung umgestiegen. Dass sie auch super gerne kocht, bestätigt den Traum vom eigenen Start Up umso mehr.

Vor rund drei Monaten hast du dein sechsmonatiges Marketing-Praktikum bei yamo abgeschlossen. Wir sind schon ganz gespannt zu erfahren, wie es dir geht und was du heute erzählen wirst.
Aber lass uns davor kurz in Erinnerungen schwelgen…

Kannst du dich spontan an einen besonderen Moment bei yamo erinnern, der dir bis heute im Kopf geblieben ist?

Ja, definitiv beim Bewerbungsgespräch. Ich kam rein ins yamo Büro – und da waren einfach alle am Frühstücken (Anmerkung: Bei yamo gibt es immer freitags einen Brunch, nun findet er digital statt). Das war so überraschend und wirklich erfreuend. Und man hat die lockere und freundliche Atmosphäre direkt raus gespürt. Alle haben fröhlich miteinander geplaudert und ich wollte am liebsten gleich alle kennenlernen und Teil dieses Teams werden. Das gab mir noch mehr den Anreiz, das Beste im Bewerbungsgespräch zu geben.

Was hat sich seit dem Ende des Praktikums bei dir getan?

Ich hatte schon vor dem Praktikum die Idee im Kopf, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Dieser Gedanke hat sich dann während der Zeit bei yamo konkretisiert. Zusammen mit zwei ehemaligen Schulkollegen haben wir vor ein paar Monaten Juice 1 gegründet – ein «Fast-Casual»-Gastronomie-Startup mit Fokus auf veganem und gesundem Essen. Unsere Vision ist es, diese beiden Aspekte einer ausgewogenen Ernährung zu etablieren und in einem ersten Schritt in ländliche Gebiete zu bringen. Dabei legen wir viel Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit und starten deshalb zuerst mit einem Takeaway-fokussierten Café mitten im Herzen des idyllischen Glarus.

Schon gegen Ende des Praktikums haben wir uns mit der Gründung des Startups beschäftigt und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Am Montag nach dem Praktikum ging es so richtig los! Wir sind in unser Büro eingezogen – direkt gegenüber unserem Standort. Zwei Wochen lang haben wir dann alle möglichen Vorbereitungen getroffen, bis die Schlüsselübergabe war.
Weiter ging es mit dem Umbau, dieser ist jetzt auch bereits vollendet. Natürlich kamen zusätzlich noch sehr viele organisatorische Angelegenheiten dazu. Zeitgleich sind wir auch auf Social Media durchgestartet: Vor allem auf TikTok – wo wir schon über 100‘000 engagierte Follower begeistern und mit unseren kurzen «Behind the Scenes» Videosequenzen bisher knapp 5 Millionen Personen erreichen konnten.

Wir haben auch schon viele weitere coole Ideen im Kopf, vor allem im Tech-Bereich. Darum starten wir schon bald zuversichtlich in die Seed-Runde und wollen zusammen mit engagierten Investoren den internationalen Food-Markt revolutionieren.

Gianni, Venus & Michi in der Kaffee-Ecke vom Juice1

Once a foodie, forever a foodie! Was hat dich persönlich dazu bewegt, auf eigene Faust ein Café zu eröffnen?

Einerseits ist das sicherlich mein Interesse am Unternehmertum. Der Einblick in die Startup Welt und die Atmosphäre bei yamo hat natürlich auch dazu beigetragen, dass ich diesen Schritt gewagt habe.

Wer mich kennt, weiss, dass ich Essen liebe. Und als Person veganer / vegetarischer Überzeugung ist das Angebot, abgesehen vom typischen Salat oder den «veganen» Pommes in ländlichen Gebieten wie Glarus, eher beschränkt. Natürlich ist mir bewusst, dass es sich hier um ein Luxusproblem handelt, trotzdem möchten wir mit Juice 1 diese bestehende Lücke füllen. Denn auch in ländlichen Regionen ist veganes Essen gefragt, wobei vor allem der gesundheitliche Aspekt über alle Altersgruppen hinweg grossen Anklang findet.

Erzähle von eurem Konzept: Was gibt es bei Juice 1?

Wir bieten leckeres Essen als Ernährungsalternative zum eher traditionell geprägten Angebot, und das mitten in Glarus. Das Sortiment reicht von Smoothies und Bowls über Panini bis hin zu veganen Desserts. Alles wird frisch zubereitet und als Takeaway angeboten. Für das gemütliche Verweilen bieten sich auch einige wenige Sitzplätze in der Kaffee-Ecke und direkt vor dem Lokal an.

Kannst du dich an einen Moment erinnern, womit du überhaupt nicht gerechnet hast?

Die positive Resonanz auf unser Vorhaben war unglaublich. Durch das Crowdfunding kamen 26’000 Schweizer Franken zustande. Zudem hat Juice 1 das Medieninteresse geweckt. Über uns wurde in zahlreichen Zeitungen und bald sogar im Lokalfernsehen berichtet. In kurzer Zeit konnten wir auch auf TikTok eine grosse Community mit aktuell über 100’000 Followern aufbauen. So viele Leute, die Fragen stellen und Interesse zeigen – das bestätigt uns sehr in unserer Mission.

Was würdest du als eure bisher grösste Herausforderung auf eurem Abenteuer bezeichnen?

Die Eigenverantwortung. Wir sind zu dritt und haben zum ersten Mal niemanden, der uns Aufgaben gibt oder mitdenkt. Oftmals weiss man nicht, was man zu erwarten hat – Learning by Doing.
Ausserdem kam es vor, dass wir aufgrund unseres jungen Alters teilweise nicht ganz ernst genommen wurden. Glücklicherweise konnten wir bislang jedoch jeden vom Gegenteil überzeugen.

Was hast du im Praktikum bei yamo gelernt, dass du jetzt anwenden kannst?

Wo fange ich da bloss an? Sicherlich, was es bedeutet, eine offene, direkte und herzliche Firmenkultur mit einem starken Zusammenhalt zu leben. Auch, dass man sich bewusst Zeit füreinander nimmt und nicht nur miteinander arbeitet. Zu Social Media und digitalem Marketing konnte ich natürlich auch sehr viel mitnehmen, das habe ich besonders meinem Team bei yamo zu verdanken. Von Tag 1 an konnte ich sehr viel Verantwortung übernehmen und so tagtäglich Neues lernen. Wir arbeiten bald unsere erste Angestellte ein, weshalb ich für all diese Learnings sehr dankbar bin.

Apropos Team: Wie gestaltet ihr eure Arbeitsteilung? Wofür bist du selbst verantwortlich, was genau machen deine beiden Mitgründer?

Ich übernehme die Produktentwicklung – die Menüs und Rezepte. Auch für das Design, Social Media und das Marketing bin ich verantwortlich. Einer meiner zwei Mitgründer hat einen Background in der Hotellerie und ist handwerklich sehr begabt. Bei den Umbauarbeiten hatte er den Lead und wird zukünftig das Operations Management übernehmen. Der dritte im Bunde bringt durch seine Erfahrungen in der M&A Beratung und dem Studium an der Universität St. Gallen Wirtschaftswissen und Finanzkenntnisse mit. Deshalb wird er für das Business Development zuständig sein und sich um Investoren und (hoffentlich) kommende Standorte kümmern.

Hast du schon konkrete Pläne, wie lange ihr das Café führen wollt – Hast du deine Studienpläne noch?

Wenn alles so läuft wie geplant, dann möchten wir Juice 1 auch an andere Standorte bringen, um unser Konzept noch mehr Personen zugänglich zu machen. Viele Vermieter von tollen Gewerbeflächen waren so begeistert von unserem Konzept und dem Mehrwert, welchen wir für eine bestimmte Lage schaffen könnten, dass wir bisher sogar schon regelrecht von Anfragen weit über die Kantonsgrenzen hinaus überrannt worden sind. Ein Studium rennt ja nicht davon.

Würdest du das Praktikum bei yamo anderen jungen Personen zwischen Schule und Studium / im Studium empfehlen?

Auf jeden Fall! Das war so ziemlich die beste Entscheidung, die ich machen konnte. Bei einem jungen Startup wie yamo erhält man so viele Einblicke und auch viel Verantwortung. Das Praktikum hat mich in vielen Bereichen bestätigt, aber auch die Realität gezeigt und die harte Arbeit, die hinter einem erfolgreichen Startup steckt. Aber das Schönste war: Man hat persönlich riesige Schritte gemacht. Das ist sehr inspirierend.

Das gesamte yamo-Team ist super stolz auf dich, Venus! Und wie wir bei yamo so gerne sagen: Dream big!

Juice1

Juice1
Stampfgasse 10, 8750 Glarus, Schweiz

www.juice1.ch

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yamo

Das yamo Team liefert regelmässig informative Artikel, spannende Ideen und leckere Rezepte rund ums Thema Kind, Eltern und – du hast es erraten – Ernährung.

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