yamo Talks: Interview mit Miss Broccoli

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Zur Person:

Moana Werschler alias Miss Broccoli ist Mutter eines Sohnes (2.5) und führt einen Schweizer Mama- und Foodblog für die ganze Familie. Neben der Rubrik Mamablog, der vom Alltag zwischen Arbeit, Kind, Haus & Garten stattfindet, dreht sich alles ums Kochen und Essen für und mit Kindern. Moana ist ein Foodie und liebt Gemüse, gutes Essen und die kleinen schönen Dinge im Leben. Sie arbeitet seit mehreren Jahren in der Gemüsebranche und ist somit an der Quelle dieses spannenden Nahrungsmittels, welches auch die Hauptrolle in ihren Rezepten, Ernährungstipps oder Tipps für Gemüseverweigerer spielt. Auf ihrem Blog findest du viele Rezepte vom ersten Babybrei bis zu kleinkindergerechten Familienrezepten und auch mal Foodtrends – alles sehr gesund, schnell und vegetarisch.

Ist Mutterschaft so, wie du es erwartet hast?

Ich hatte wie schon bei der Schwangerschaft nicht grosse Erwartungen, sondern lasse es auf mich zukommen. So kann ich übrigens auch weniger enttäuscht werden. Aber grundsätzlich kann ich sagen: Ja, ein Kind verändert alles im Leben – das Leben von früher ist passé. Aber ich bereue es nicht, Mama geworden zu sein, geniesse die Zeit mit meinem Sohn und versuche natürlich, wie so viele andere Mütter, alles unter einen Hut zu bringen. Das gelingt mal besser, mal weniger.

Wie sieht dein Tagesablauf an einem ganz normalen Tag aus?

Ich habe zwei Tagesabläufe. Einmal dann, wenn ich arbeiten gehe. Dann stehen wir früh auf, ich bringe den Kleinen zu den Grosseltern oder in die Kita und bin dann den ganzen Tag unterwegs. Um spätestens 17.30 bin ich normalerweise zurück, dann kochen und essen wir alle zusammen, spielen noch was und ich bringe meinen Sohn ins Bett.

Der zweite Tagesablauf ist dann, wenn ich Mama-Tage habe, dann liegen mein Sohn und ich am Morgen zusammen im Bett, reden oder schauen ein Buch an. Dann essen wir in Ruhe unser Müesli zum Zmorge, und gehen danach meist raus, unternehmen was, besuchen Leute oder gehen in die Stadt. Zum Mittagessen bin ich wieder zu Hause und koche was Schnelles, Gesundes und hoffe, dass der Kleine Mittagsschlaf macht und ich für mich eine kurze Pause habe (die ich meist zum Bloggen brauche). Am Nachmittag spielen wir, sind im Garten oder besuchen jemanden (natürlich nur einmal pro Tag). Der Abend sieht dann immer etwa gleich aus.

Was hast du von deinem Sohn gelernt?

Dass ich die Welt mit anderen Augen ansehe: mir wurde bewusst, dass ein Kind uneinvorgenommen alles von 0 auf lernt, erfragt, erlebt und sich so sein Weltbild erschafft oder zu dem Menschen wird, der er später wird. Und da haben wir als Eltern eine grosse Verantwortung, das Kind gut zu begleiten. Und ich lerne, mich über ganz einfache Dinge zu unterhalten oder zu lachen, das tut auch mal gut.

Was gibt dir das Gefühl eine gute Mutter zu sein?

Wenn es meinem Sohn gut geht und er glücklich ist, denke ich, dass ich es richtig mache. Klar tut es ab und zu auch gut, es von anderen zu hören.

Stell dir vor, du hättest jeden Tag eine Stunde mehr zur Verfügung. Was würdest du tun?

Schwierige Frage, entweder bloggen oder mit meinem Sohn etwas Schönes erleben.

Wie kriegst du das Mutter sein und Arbeiten unter einen Hut?

Indem ich super organisiert bin, und immer am Abend vorher alles vorbereite (Kleidung bereit legen, Essen parat machen, Bring- und Holzeiten mit allen Personen abgesprochen) und mich mit meinem Partner immer frühzeitig abspreche und einen gemeinsamen Kalender führe (wir beide haben ab und zu ausserterminliche Verpflichtungen oder Termine ausserhalb der normalen Betreuungszeiten). Die gute Kommunikation ist das Wichtigste. Alle Entscheidungen zu unserem Leben müssen wir schlussendlich zusammentragen, sonst funktioniert es nicht und einer trägt die ganze Last.

Wie sieht bei euch der Ablauf beim Abendessen aus? Habt ihr besondere Rituale?

Ich versuche noch immer, dass mein Sohn mir beim Auftischen hilft. Dann essen wir, sobald alle am Tisch sitzen und einen Teller vor sich haben. Wir sagen „ä Guete“ und manchmal will mein Sohn Prost machen und das wars schon an Ritualen. Dazu erzählen wir uns vom Tag, was wir erlebt haben oder wir Eltern besprechen was. Meistens ist mein Sohn vorher fertig, dann darf er entweder spielen gehen oder ein Buch holen, das er anschaut, während wir Grossen noch fertig essen.

Welchen Rat würdest du frischgebackenen Eltern geben?

Ich halte mich mit Ratschlägen eher zurück, viele kommen ja ungefragt und das kann nerven. Und viele widersprechen sich dann und man ist gerade wenn man zum ersten Mal Eltern wird, schnell verunsichert. Ich denke am Wichtigsten ist, auf sich und seine Intuition zu hören und bei konkreten Fragen die eigene Mutter oder Fachstellen anzufragen.

Welches Erlebnis fällt dir zum Thema #Momfail ein?

Oh, ein einziges grosses Erlebnis habe ich nicht. Aber es gibt sicher viele kleine, ich bin ja auch nicht perfekt. Wir alle scheitern mal, machen nicht das, wie wir es machen wollten, schreien vielleicht mal oder werden laut. Oder letztens habe ich während einer halben Stunde draussen an der Sonne vergessen, meinen Sohn mit Sonnencreme einzucremen. Da dachte ich dann auch kurz, was für eine Mutter bist du denn? 😉 Ich finde aber, Momfail gehört zum Muttersein, niemand kann immer 100% perfekt sein – das würde mir auch ziemlich Angst machen.

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