Hafermilch herstellen – Mit Rezept

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Das nährstoffreiche Getreide wird immer beliebter, denn es enthält wesentlich mehr Mineralstoffe und Fette als zum Beispiel Weizen oder Roggen. Wegen der fettreichen Körner lässt sich der Hafer auch zu einer schmackhaften Milch-Alternative für Menschen mit Laktoseintoleranz, Milcheiweiß-Unverträglichkeit oder veganer Ernährung verarbeiten. Die nahrhafte Hafermilch hat einige Vorteile gegenüber der Soja- oder Reismilch und hat sich so in den letzten Jahren immer mehr etabliert.

Was ist überhaupt «Hafermilch»?

Hafermilch Rezept Bild 2

Wenn man es streng genau nimmt, darf hier gar nicht von «Hafermilch» die Rede sein, denn die Bezeichnung «Milch» trifft hier nicht ganz zu, sie ist für tierische Milch von Kuh, Schaf, Ziege oder Pferd reserviert. Deswegen findet man den Milchersatz im Handel unter Fantasienamen, als Haferdrink oder Hafergetränk. Wir verwenden in diesem Beitrag aber den Begriff, wie ihn ihr als normaler Konsument auch verwendet. Im Grunde genommen wird Hafermilch nur aus Haferflocken und Wasser hergestellt. Dafür werden die Flocken in Wasser eingeweicht und dann püriert. Nach einer kurzen Fermentationsphase wird der Haferbrei gefiltert, die entstehende Flüssigkeit ist Hafermilch. In der industriellen Verarbeitung werden anschließend noch Zusatzstoffe wie Kalzium oder Stabilisatoren hinzugefügt und dann wird das Produkt durch Ultrahocherhitzung haltbar gemacht. Wie ihr die Hafermilch ganz einfach selbst machen könnt, zeigen wir euch hier später im Beitrag als Rezept.

Welche Nährwerte stecken in der Hafermilch?

Hafer ist ein wirkliches Power-Getreide. Es enthält essenzielle Aminosäuren, Mineralstoffe wie Kalium oder Magnesium und Ballaststoffe. Durch die Verarbeitung gehen aber leider viele dieser Stoffe verloren. Deshalb hat Hafermilch dann nicht mehr einen so hohen Nährstoffgehalt, aber sie überzeugt dennoch mit den Beta-Glucanen und einer speziellen Zuckerart, die hilft die Verdauung zu regulieren.

Wie gesund ist die Hafermilch?

Hafermilch enthält keine Laktose, kein Milcheiweiß und keine Bestandteile von Soja, dafür sind aber viele Ballaststoffe enthalten, die gut satt machen. Gerade für Menschen mit einer Unverträglichkeit oder für Allergiker ist Hafermilch deshalb ein guter Milchersatz, der zudem nicht ungesund ist. Außerdem ist die Getreidemilch frei von Cholesterin, das hilft dabei den Cholesterinspiegel zu senken. Im Handel gibt es allerdings Hafermilch mit Gluten, für Menschen, die sich glutenfrei ernähren müssen oder wollen ist die Hafermilch daher nicht so gut geeignet. Pure Hafermilch ohne jegliche Zusätze wird auch von Babys und Kleinkindern sehr gut vertragen und kann sogar helfen, die Verdauung zu regulieren. Da der Milchersatz aber kein Kalzium enthält, ist er bei Kindern, die im Wachstum sind nicht für eine alleinige Ernährung damit geeignet. Außerdem ist in dem industriell hergestelltem Haferdrink oft viel Zucker, Emulgatoren und sonstige Zusatzstoffe, die den Milchersatz schnell ungesund machen können.

Hafermilch selber machen

Rezept:

Wenn ihr sicher gehen wollt, das in eurer Hafermilch keine unnötigen Zusätze sind, könnt ihr sie auch ganz einfach und schnell selbst machen. dafür braucht ihr nur:

  • 80 g Haferflocken in Bio-Qualität (fein)
  • 1 Liter Wasser
  • Eine Prise Salz
  • 1 Teelöffel Agavendicksaft oder Honig (optional)

Anmerkungen: bei Gluten-Unverträglichkeit und Zöliakie bitte die etwas teureren gekennzeichneten glutenfreien Haferflocken verwenden

Und so leicht geht es:

  1. Zuerst kocht ihr das Wasser auf, darin müssen dann die Flocken ca. 20-30 Minuten lang quellen und anschließend püriert werden.
  2. Dann wird der Haferbrei durch ein Baumwolltuch gefiltert, so lasst die Hafermilch einfach in eine Schüssel tropfen und die festen Bestandteile bleiben im Tuch zurück.
  3. Danach das Baumwolltuch gut auswringen, damit keine Flüssigkeit verloren geht.

Die fertige Hafermilch könnt ihr dann etwa drei Tage lang im Kühlschrank aufbewahren.

Wie gesund ist selbstgemachte Hafermilch?

Hafermilch ist nicht nur günstig und schnell zubereitet, sondern sie enthält auch eine Menge gesundes. Haferflocken sind eines der nahrhaftesten Getreidesorten überhaupt. Sie liefern beinahe doppelt soviel Eisen wie Fleisch und werden nur von Amarant und Quinoa übertroffen. Darüber hinaus steckt in Hafer viel Biotin, welches für schönes Haar, gesunde Haut und schöne Nägel sorgt. Für Menschen die unter Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Schwindel leiden ist Hafer besonders gut. Denn er enthält das Vitamin B6, ein Vitamin das für eine ausgeglichene Psyche sorgt.

Wie kann man Haferflocken selber machen?

Wenn ihr Haferflocken selber machen möchtet, braucht ihr dafür nur wenige Utensilien, wie eine Flockenquetsche sowie Hafer als Zutat. Die eigene Herstellung lohnt sich sehr, denn die frisch zubereiteten Haferflocken haben ein Vielfaches mehr an wertvollen Inhaltsstoffen. Geht für die Zubereitung der Haferflocken so vor:

  1. Stellt an der Flockenquetsche zunächst den gewünschten Mahlgrad bzw .Flockungsgrad ein.
  2. Wenn euch grobkörnige Haferflocken gut schmecken, dann stellt den Walzenabstand auf 1 Millimeter ein.
  3. Nun gebt den Hafer in die Flockenquetsche hinein.
  4. Zum Schluss kommt die Arbeit: kurbelt an der Flockenquetsche, bis der Hafer unten als Haferflocken herauskommt.
  5. Wenn ihr zarte Haferflocken haben möchtet, gebt den gelockten Hafer einfach ein zweites Mal in die Flockenquetsche.
  6. Achtung: Wollt ihr die Haferflocken länger haltbar machen, müsst ihr den Hafer vorher in einem Dörrautomat trocknen. So wird dem Getreide die Flüssigkeit entzogen und es halt sich somit länger. Dabei gehen allerdings viele Mineralstoffe verloren.

Was kann man damit machen?

Haferflocken sind ein Allrounder in der Küche und finden in vielen Gerichten Verwendung. Dafür könnt ihr die selbstgemachten Haferflocken verwenden:

  • Klassisch: Ganz klassisch könnt ihr ein Bircher Müsli zubereiten. Hierfür benötigt ihr neben den Haferflocken einen Apfel, eine Handvoll Mandeln, Wasser, Milch und den Saft einer halben Zitrone. Weicht die Haferflocken am Tag davor ein in Wasser ein. Danach reibt einfach den Apfel und vermengt ihn mit den restlichen Zutaten.
  • Warm: Porridge schmeckt mit frischen Haferflocken auch besonders lecker. Bringt hierfür einfach 20 Milliliter Wasser oder Milch zum Kochen, gebt 5 Esslöffel Haferflocken hinzu und lasst die Mischung bei niedriger Hitze für ein paar Minuten köcheln. Zum Schluss gebt eine Prise Salz , etwas Zucker und Zutaten wie Zimt oder Kakao dazu.
  • Deftig: Für eine ausgefallenere Verwendung der Haferflocken könnt ihr einen Eintopf zubereiten. Dafür benötigt ihr 75 Gramm Haferflocken, 300 Milliliter passierte Tomaten, Knoblauch, Paprikapulver, Salz und Pfeffer sowie Gemüse nach Wahl. Gebt alles in einen Topf und lasst den Eintopf köcheln, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Hafer-Walnuss-Cookies

Für eine süße Alternative hier noch ein Cookie Rezept mit Hafer für euch. Ihr braucht dazu:

  • 100 g Walnuss-Kerne
  • 250 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 125 g zarte Haferflocken
  • 175 g weiche Butter
  • 1 Päckchen Vanillin-Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 200 g brauner Zucker
  • 2  Eier (Größe M)
  • 150 g weiße Kuvertüre
  • Backpapier

Zubereitung:

  1. Walnüsse hacken. Mehl, Backpulver, Haferflocken und Nüsse mischen. Butter, Vanillin-Zucker, Salz und Zucker mit dem Schneebesen des Handrührgerätes cremig rühren. Eier einzeln unterrühren. Mehlmischung esslöffelweise zugeben.
  2. Aus dem Teig mithilfe von 2 Esslöffeln ca. 20 flache Teigkreise (5–6 cm Ø) auf 2 mit Backpapier ausgelegte Backbleche verteilen. Nacheinander auf dem Blech im vorgeheizten Backofen (E-Herd: 175 °C/ Umluft: 150 °C) ca. 15 Minuten backen und auskühlen lassen.
  3. Kuvertüre hacken und über einem warmen Wasserbad schmelzen. Cookies jeweils zur Hälfte in die geschmolzene Kuvertüre tauchen, kurz abtropfen und trocknen lassen.
  4. Guten Appetit! 🙂
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