Gesunde Ernährung im Kindergarten

Dein Kind kommt bald in die Kita und du möchtest voher gerne mehr über das Thema Gesunde Ernährung im Kindergarten erfahren? Dann wird dich dieser Text sicherlich interessieren und dir ein paar Tipps und Tricks zum Thema geben können.

In deutschen Kindertagesstätten essen etwa 1,8 Millionen Kinder zu Mittag. Hierbei stehen Kosten und Bequemlichkeit leider viel mehr im Mittelpunkt als eine gesunde Ernährung der Kinder. Dabei könnte man schon mit gesunden Snacks im Kindergarten viel zur Kindergesundheit beitragen. Damit könnte oftmals Übergewicht verhindert, die Konzentrationsfähigkeit gesteigert sowie die Zahngesundheit vieler Kinder verbessert und die Nährstoffversorgung verbessert werden.

Was essen Kinder in der Kita?

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In den meisten Kindertagesstätten ist es so, dass die Kinder das Frühstück von zu Hause mitbringen und das Mittagessen vom Kindergarten organisiert wird. Das mitgebrachte Frühstück sieht dann leider oft sehr süß aus. Nicht selten werden dann Brote mit Marmelade oder ähnlichem süßem Aufstrich ausgepackt. Süße Joghurts und andere gesüßte Milchprodukte sind als Beilage auch noch mit dabei. Dazu gibt es gesüßte Säfte, Tees und Limonaden.

Beim Mittagessen gibt es viele unterschiedliche Versorgungsmodelle die zur Verfügung stehen. Es gibt Einrichtungen, die haben sogar eine eigene Küche. Hier wird dann täglich frisch gekocht, dabei kann am leichtesten eine gesunde Ernährung vor Ort umgesetzt werden.

Diese Möglichkeit haben jedoch nicht viele Kitas. Der Grund dafür sind zu hohe Kosten oder ein Raummangel. Sie müssen dann das Essen von einer Catering-Firma oder von nahe gelegenen Firmenkantinen liefern lassen.

Bei diesen beiden Möglichkeiten von geliefertem Essen, bestehen oft nur geringe Einflussmöglichkeiten. Doch es lohnt sich immer ein Versuch, um den Speiseplan der Kleinen nach und nach zu verbessern. Denn leider ist das, was Kantinen und Caterer liefern oft alles andere als gesund und ausgewogen für Kinder.

Eine ausgewogene Ernährung wäre hier mit reichlich Gemüse, Früchten, Produkten aus Vollkorn, Nüssen und Salaten wünschenswert. Anstelle von konventioneller Wurst und Würstchen sollte lieber Bio-Fleisch oder Seefisch auf dem Programm stehen.

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Für mehr Farbe am Teller:
Leckere Bio-Breie und Kinder-Snacks

Ungesunde Ernährung in Kitas

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung vom Juni 2014 zeigte jedoch, dass Kinder in deutschen Kitas leider genau das Gegenteil von einer ausgewogenen und gesunden Ernährung erhalten: Hier gibt es zu viel Fleisch, zu viel Zucker, zu wenig Gemüse, zu wenig Salat, kaum Rohkost und kaum Obst.

Von der Unausgewogenheit mal abgesehen kommt noch hinzu, dass nur in den wenigsten Kitas biologisch angebaute Lebensmittel verwendet werden.

Die Fleisch- und Wurstwaren die verwendet werden enthalten darüberhinaus oft Phosphate und Nitritpökelsalze. Oft finden sich auch Farbstoffe und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Süßungsmittel etc. in den angebotenen Mahlzeiten für Kinder.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Versorgung mit Getränken. In vielen Kitas bekommen die Kinder nur zu festgelegten Zeiten, meistens zum Essen Getränke angeboten. Und dabei handelt es sich dann auch noch meistens um süße Säfte oder gesüßte Tees.

Zu guter Letzt bringen die Kinder dann oft noch süße Müsliriegel oder andere Süßigkeiten als Snacks für Zwischendurch mit in den Kindergarten.

Zu viel Zucker

Den Erziehern, aber auch Eltern ist es oft nicht wirklich bewusst, wie viel Zucker Kinder bei einer solchen Ernährung täglich zu sich nehmen.

Wenn man bedenkt, das allein ein Glas Limonade 27 Gramm Zucker enthält, das sind ganze 9 Zuckerstücke. Ein Becher Kinderjoghurt oder -Quark (125 Gramm) enthält bis zu 21 Gramm Zucker, das entspricht 7 Zuckerstückchen. Eine Milchschnitte kommt mit 10 Gramm Zucker oder drei Zuckerstücken daher. Hinzu kommt dann noch das Frühstücksbrot mit Marmelade oder der Zucker in der mittäglichen Hauptmahlzeit.

Nach offizieller Empfehlung sollte dein Kleinkind höchstens 10 Prozent seiner Gesamt-Tages-Kalorien-Menge an Zucker zu sich nehmen.

Geht man bei einem 2- bis 3-jährigem Kind von einem täglichem Kalorienbedarf zwischen 1.000 und 1.100 kcal aus und bei einem 4- bis 6-jährigen von 1.400 bis 1.500 kcal, sollte das Kind pro Tag maximal 100 bis 150 kcal aus Zucker zu sich nehmen. Dies entspricht dann allerdings 9 bis 12 Zuckerstückchen pro Tag. Zur Erinnerung: Nur ein Glas Limonade entspricht schon diesen 9 Zuckerstückchen am Tag.

Zu viel Zucker hat einige schädliche Auswirkungen auf den kindlichen Körper und auch auf den Erwachsenen Körper.

Bei zu viel Zuckerkonsum wird die gesunde Darmflora zerstört, wodurch es schnell zu Pilzbefall im Darm kommen kann. Das Immunsystem wird dadurch geschwächt, euer Kind wird daraus folgend oft krank.

Die Zähne werden durch den vielen Zucker anfällig für Karies gemacht und auch ein Übergewicht kann durch zu hohen Zuckerkonsum entstehen.

Sogar Hyperaktivität und Gereiztheit wird mit Zucker in Verbindung gebracht. Durch eine Ernährung die zu viel Zucker beinhaltet kann euer Kind demnach Konzentrationsschwächen und Lernschwächen entwickeln sowie Verhaltensstörungen und emotionale Instabilitäten können auftreten.

Darüberhinaus kann zu viel Zucker die Entstehung von Allergien bei deinem Kind fördern.

Man weiß inzwischen auch, dass es meistens der viele Zucker in der ungesunden Ernährung ist, der vor allem bei Kindern den Blutdruck und die Insulinspiegel erhöht, die Cholesterin- und Blutzuckerwerte hebt und schnell zu einer Fettleber führt. Im Endeffekt jene Stoffwechselstörungen hervorbringt, die man bislang nur bei Erwachsenen zu finden glaubte.

Zu viel Fleisch

Wurst und Fleisch enthalten, wie schon erwähnt oftmals Phosphate und Nitritpökelsalze. Phosphate kommen in natürlichen Lebensmitteln ausreichend vor und sind im Grunde auch wichtig für eine gesunde Entwicklung. Aber die Zusatzstoffe in Wurst und Fleisch treiben die Phosphat-Werte im Körper schnell mal in unnatürliche Höhen. Zuviel Phosphat stört den Kalzium-Haushalt und kann dadurch zu porösen Knochen und Zähnen und in manchen Fällen sogar auch zu Hyperaktivität führen.

Unnötige und ungesunde Zusatzstoffe

In den üblichen Mittagsmahlzeiten in den Kindertagesstätten sind leider oftmals viele Zusatzstoffe enthalten wie Farbstoffe und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Schwefeldioxid und auch nicht selten Rückstände von Pestiziden, wenn es sich nicht um biologische Lebensmittel handelt.

Schwefeldioxid wird zum Beispiel bei Trockenfrüchten verwendet, die in Müsliriegeln, Müslis und Nachspeisen zu finden sind. Schwefelhaltige Verbindungen können bei euren Kindern leicht Kopfschmerzen hervorrufen.

Pestizid-Rückstände im Essen

Sämtliche Obst- und Gemüsesorten werden heutzutage leider durch die Bank weg mit Pestiziden behandelt, wenn sie nicht ökologisch angebaut werden. Äpfel zum Beispiel enthalten das Pestizid Methyl-Parathion. Vor allem Kinder, deren Stoffwechsel sehr empfindlich auf toxische Verbindungen reagiert, sollten mit diesen Giften lieber nicht in Berührung kommen, auch nicht in geringen Mengen.

Eine Vermeidung dieser Stoffe ist allerdings nur mit biologisch angebauten Obst- und Gemüsesorten zu erreichen. Diese werden aber leider in vielen Kindertagesstätte nicht standartmäßig angeboten, da sie oftmals um einiges teurer als konventionelles Obst und Gemüse sind.

Zu viel Salz ist ungesund

Es wird offiziell empfohlen, dass Kleinkinder maximal zwei bis drei Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen sollten. Dies ist aber eigentlich schon zu viel Salz für dein Kind.

Ein Schulkind im Alter von 7 bis 10 Jahren braucht für einen gesunden Stoffwechsel gerade einmal etwas mehr als 1 Gramm Salz pro Tag, was circa einer Messerspitze Salz entspricht. Jüngere Kinder benötigen für ihre Gesundheit noch weniger Salz am Tag.

Aber eine Messerspitze Salz wird täglich um ein vielfaches überschritten, denn in jedem verarbeiteten Lebensmittelprodukt ist nun mal Salz enthalten. Im Mittagessen, im Fleisch, in der Wurst, im Käse und im Vollkornbrot sowieso.

Daher ist nahezu unmöglich zu errechnen, wie viel Salz euer Kind tatsächlich zu sich nimmt.

Zu viel Salz erhöht allerdings bei Kindern das Risiko für Bluthochdruck und Übergewicht. Außerdem kann es den Stoffwechsel der Zellen stören, so dass diese nicht mehr in der Lage sind andere Lebenswichtige Mineralstoffe aufzunehmen.

Ungesunde Fette

Fett ist grundsätzlich einer der wichtigsten Energielieferanten für den Körper, aber auch beim Fett kommt es auf die Menge und die Qualität an. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob das Fett gut oder schädlich für euren Körper und den eurer Kinder ist.

Die billigen Fette aus verarbeiteten Produkten und Süßigkeiten sind überhaupt nicht zu empfehlen. Diese werden schnell im Fettgewebe gespeichert und können leicht zu Übergewicht und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Hochwertige naturbelassene Fette, die reich an essentiellen ungesättigten Fettsäuren (Hanföl, Olivenöl) oder unverarbeiteten gesättigten Fettsäuren (Bio-Butter) sind gesünder für euren Körper und den eurer Kinder.

Diese werden für die Entwicklung des Gehirns und für die Hüllen der Körperzellen benötigt und sie versorgen die Zellen mit Energie. Eure Kinder sollten pro Tag nicht mehr als 25 bis 35 Gramm Fett zu sich nehmen.

Tipps für Eltern

Auch wenn du erstmal das Gefühl hast, nicht viel Einfluss auf die Ernährung deines Kindes im Kindergarten zu haben, kannst du schon viel damit erreichen, wenn du deinem Kind ein gesundes Frühstück und die richtigen Snacks mitgibst.

Jede kleine Mahlzeit zählt hierbei mit und je weniger Zucker und Salz dein Kind isst, desto sensibler bleiben die Geschmacksnerven deines Kindes für den wahren und natürlichen süßen Geschmack vieler Obst- und Gemüsesorten.

Stell einfach ein paar Kindergarten-Regeln auf:

  • Keine Süßigkeiten mit in den Kindergarten geben
  • Keine süßen Saft- oder Limonaden mitgeben
  • Keine Fruchtzwerge oder ähnliche überzuckerte Milchprodukte mitgeben
  • Anstelle kommt das in die Brotdose: Vollkornbrot mit Bioprodukten (Bio-Käsescheibe, Salatblatt, Gurkenscheibe oder ähnliches), Rohkost (Karotten-,Gurken und Paprika-Sticks oder das aktuelle Lieblings-Gemüse), Obst (Apfel, Mandarinen, Weintrauben, Banane oder aktuelles Lieblings-Obst).

Lass dein Kind immer wieder neue Lebensmittel ausprobieren. So könnt ihr zusammen auf spielerische Art und Weise herausfinden, was es gerade mag und was nicht. Das kann sich nämlich bei Kindern von einem auf den anderen Tag plötzlich ändern.

Sehr oft mögen Kinder auch Ungewöhnliches wie Oliven oder saure Johannisbeeren. Kinder haben ein ganz anderes Geschmacksempfinden als Erwachsene. Deshalb geht niemals von euren Vorlieben aus oder denkt, etwas könnte zu sauer oder zu exotisch sein. Lasst dein Kind wenn möglich so oft wie es geht selbst entscheiden, was ihm, aus einer gesunden Auswahl an Lebensmitteln, auch wirklich schmeckt.

Hierbei ist es hilfreich immer einen Vorrat an gesunden und vollwertigen Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln, brauner Reis, Vollkorn-Nudeln, Vollkorn-Couscous, Quinoa, Nüsse, getrocknetes und frisches Obst sowie frisches Gemüse zu Hause habt. Dann könnt ihr schnell mal leckere und gesunde Snacks zubereiten.

Gesund und schnell zubereitete Snackalternativen

Wenn Ihr morgens mal wirklich keine Zeit haben solltet, dann steckt eurem Kind einfach eine Banane, einen Apfel, eine Birne oder ein kleines Tütchen getrocknete Früchte oder Kokos-Chips in die Tasche.

Es gibt extra für Kinder kleine Tütchen mit einer bunten Mischung Trockenfrüchten, ohne Zusätze jeglicher Art. Hier gibt es aber auch verschiedene Sorten gefriergetrockneter Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren oder Äpfel.

Aber auch gerade bei getrocknetem Obst ist immer die Menge zu beachte, da es natürlich auch ien ganze Menge Fruchtzucker enthält.

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