Vegane Ernährung für Kinder

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Die Zufuhr von lebensnotwendigen Nährstoffen spielt vor allem bei Kindern und Jugendlichen eine sehr wichtige Rolle. Der Bedarf an wichtigen Nährstoffen ist infolge des Wachstums erhöht. Fehler in der Ernährung bei Kindern können durch Entwicklungsstörungen hervortreten. Das gilt allerdings für jede Ernährungsweise, ob Mischkost, vegan oder vegetarisch. Eine gesunde Ernährung sorgt sowohl bei Babys als auch bei Kindern und Jugendlichen für eine gute geistige und körperliche Entwicklung. Zur gleichen Zeit trägt sie der Gesundheit bei und verhindert Krankheiten, die infolge einer ungesunden Ernährung entstehen können.

In diesem Sinne kann auch eine gut geplante veganer Ernährung für Kinder gesund sein und alle essenziellen Nährstoffe liefern. Das bestätigt auch die eine oder andere renommierte Gesellschaft für Ernährung. Außerdem zeugen davon auch die optimalen Blutbilder von vegan ernährten Kindern. Deshalb muss bei Kindern, die sich vegan ernähren, auf vollwertige und abwechslungsreiche Lebensmittel sowie auf eine ausreichende Aufnahme von Proteinen und Energie geachtet werden.

Vegane Ernährung für Kinder – unterschiedliche Auffassungen

vegane ernährung kinder bild 2

Nicht wenige Eltern würden am liebsten lesen, dass die vegane Ernährung für Kinder gesund und dementsprechend auch optimal zu empfehlen ist. Allerdings dürfen die Meinungen und Schlussfolgerungen von Ernährungsgesellschaften und wissenschaftlichen Studien nicht vernachlässigt werden. In diesem Punkt sind sich aber auch die Ernährungsexperten nicht einig. Deshalb steht die Frage im Mittelpunkt, ob die pflanzenbasierte Kost bei Kindern die Gefahr eines Mangels an verschiedenen Nährstoffen birgt oder dennoch zu empfehlen ist.

So befürwortet die US-amerikanische Gesellschaft für Ernährung Academy of Nutrition and Dietetics (AND) eine gut geplante vegane Ernährung für Kinder, während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) von einer pflanzlichen Ernährung bei Kindern und Jugendlichen abrät.

Laut amerikanischer Ernährungsgesellschaft vegane Ernährung geeignet für alle Lebensphasen

Eine vegane aber gut geplante Art der Ernährung kann in jeder Lebensphase gesund sein. Sie ist dazu in der Lage, sämtliche Nährstoffe abzudecken, die der Körper benötigt. Das gilt sowohl für Kleinkinder als auch für Kinder und Jugendliche. Sie ist zudem gesundheitsfördernd. Mit der veganen Kinderernährung können die Risiken vor etlichen Krankheiten wie Diabetes, Allergien oder Übergewicht minimiert werden.

Die Kindheit stellt eine sehr sensible Lebensphase dar. Da sich Kleinkinder und Kinder noch im Wachstum befinden, müssen in Bezug auf die Energiezufuhr besonders viele Mineralstoffe und Vitamine zugeführt werden. Denn der Bedarf an Nährstoffen ist erhöht und es bedarf demnach einer hohen Nährstoffdichte. Diese Anforderungen kann eine pflanzenbasierte Ernährung durchaus gerecht werden, zumal hier ein großer Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen vorhanden ist.

All das trägt dazu bei, dass die vegane Ernährung für Kinder uneingeschränkt für alle Lebensphasen empfohlen wird. Diese Ansicht vertritt zum Beispiel die weltweit anerkannte Ernährungsgesellschaft Academy of Nutrition and Dietetics. In Deutschland wird die vegane Ernährung für Kinder allerdings immer noch von manchen als kritisch betrachtet.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) über die vegane Ernährung

Geht es nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), so ist es in der veganen Ernährung sehr schwer, den Körper mit einigen Nährstoffen ausreichend zu versorgen. Man ist unter anderem der Ansicht, dass die vegane Ernährung von Kindern zu Mangelerscheinungen führen könnte. Das bezieht sich zuvorderst auf die Versorgung mit Vitamin B12. Außerdem spielen auch Eisen und Kalzium eine sehr wichtige Rolle.

Wenn Kinder und Jugendliche dennoch vegan ernährt werden, dann sollte auf eine ausreichende Aufnahme der kritischen Nährstoffe geachtet werden. In diesem Zusammenhang sollten gegebenenfalls Nährstoffpräparate und angereicherte Lebensmittel dauerhaft eingenommen werden. Dementsprechend steht einer vollwertigen und ausgewogenen veganen Ernährungsweise mit Ergänzung von Vitamin B12 nichts im Wege, selbst wenn wes sich dabei um Kleinkinder, Kinder oder Jugendliche handelt.

Vegane Ernährung sorgt laut Studie für ein altersgemäßes Wachstum

Dr. Markus Keller und PD Dr. Ute Alexy stellen die Ergebnisse der VeChi Youth Studie vor, die von der veganen Ernährung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland handelt. Demnach sollen die vegane und vegetarische Ernährung immer beliebter werden.

In der von 2017 bis 2019 durchgeführten VeChi Youth Studie nahmen 401 Kinder und Jugendliche teil.

Die Studie hat bestätigt, dass vegan vegetarisch ernährte Kinder altersgemäß wachsen und ausreichend mit den meisten Mikronährstoffen und Makronährstoffen versorgt werden. Bei den vegetarisch und vegan ernährten Kindern und Jugendlichen sollte die Zufuhr von Proteinen gesteigert werden. Grund dafür sei die eher niedrige Qualität pflanzlicher Proteine. Zudem sollten Kinder besser mit Kalzium, Jod, Vitamin D und Riboflavin versorgt werden. Probanden und Probandinnen, die sich vegetarisch ernähren, waren in der Youth Studie schlechter mit Vitamin B12 versorgt. Daher werden auch bei dieser Ernährungsart gelegentliche Präparate von B12 empfohlen.

Überraschend war in der VeChi Youth Studie die Tatsache, dass Kinder in allen Ernährungsformen nicht ausreichend Jod und Vitamin B2 aufwiesen. Kinder, die sich von Mischkost ernähren, waren selbst mit Kalzium nicht optimal versorgt, obwohl kalziumreiche Milch und Milchprodukte bei diesen Kindern zum Speiseplan gehören.

In der veganen Ernährung auf die Zufuhr von Vitamin B12 und anderer kritischer Nährstoffe achten

Die zusätzliche Einnahme von Vitamin B12 Präparaten ist für viele Menschen unnatürlich. Aktuell wird jedoch unabhängig von der Ernährungsform empfohlen, Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D oder Jod einzunehmen. Daher sollte die Einnahme von B12 auch in der veganen Ernährung nicht kritisch verurteilt werden.

Vitamin B12 ist vor allen Dingen für den Energiestoffwechsel zuständig. Wenn Eltern ihr Kind vegan ernähren wollen, dann sollte B12 in ausreichenden Mengen genommen werden. Sollte sich eine vegan lebende Mutter während der Schwangerschaft rein pflanzlich ernährt haben, dann wird das Baby auch durch die Muttermilch kein B12 abbekommen.

Ähnlich sieht es auch etwa mit Eisen aus. Dieses ist von großer Wichtigkeit für den Sauerstofftransport im Blut, die Leber und die Muskeln. Zudem sind es meist tierische Lebensmittel, in denen Eisen enthalten ist, zumal es der Körper nicht selbst produzieren kann. Eine Versorgung von Kindern mit Eisen kann aber auch durch andere Lebensmittel wie Linsen, Erbsen oder Bohnen geschehen. Vollkorngetreide beziehungsweise Haferflocken und Hülsenfrüchte stellen ebenfalls eine gute Eisenquelle dar. Dieses Eisen kann aber schlechter genutzt werden als das Eisen aus Fleisch und anderen nicht-veganen Lebensmitteln.

Wichtig ist auch eine ausreichende Zufuhr von Kalzium. Dieses wird in der Entwicklung sowohl für Knochen als auch für Zähne und Gehirn benötigt. So ist auch für Babys nach einer gewissen Zeit die Muttermilch nicht ausreichend, damit der Körper mit Kalzium versorgt wird. Daher benötigen auch Kinder, die sich vegan ernähren, ausreichend Kalzium.

Vorteile in der veganen Ernährung für Kinder

Unabhängig davon, um welches Alter es sich handelt, eine vegane Ernährung trägt wesentlich zur Gesundheit der Kinder bei.

Es steigt beispielsweise die Anzahl der übergewichtigen Kinder. Damit verbreiten sich wiederum Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 schon im Kindesalter. Der Grund dafür sind Salz, Zucker, Eiweiß oder gesättigte Fettsäuren, die in tierischen Lebensmitteln enthalten sind. Hinzu kommen hier auch ein Überangebot an Energie und Bewegungsmangel. Kinder, die sich von Mischkost ernähren, sind zur gleichen Zeit unterversorgt in puncto Eisen, Vitamin D, ungesättigten Fettsäuren sowie Folsäure.

Das Risiko für diese Krankheiten kann hingegen bei vegan ernährten Kindern deutlich reduziert werden. Darüber hinaus sind in der veganen Kost viel Folsäure aber auch Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten.

Veganer essen mehr Gemüse und es wird in der Regel frisch gekocht. Daher werden zahlreiche Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker gemieden. Zudem ist die Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen sehr hoch. Da Obst und Gemüse maßgeblich den Speiseplan bestimmen, können Kinder von vielfältigen Vitaminen profitieren.

Vegane Kinderernährung nicht automatisch gesund

Eine vegane Ernährungsweise von Kindern bedeutet nicht, dass die Ernährung automatisch gesund ist. Gesund ist diese Art der Ernährung erst dann, wenn tierische Lebensmittel vom Speiseplan ohne Überlegen und ohne Infos darüber gestrichen werden. Gesund ist eine derartige Ernährung aber nur dann, wenn der Speiseplan ausgewogen ist.

Denn sollte bei Kindern ein Mangel an wichtigen Nährstoffen auftauchen, so kann das zu kognitiven Einschränkungen, neurologischen Störungen oder zu Verzögerungen im Wachstum führen.

Vegane Ernährung für Kinder – worauf zu achten ist

Wenn Kinder vegan ernährt werden, dann hat eine abwechslungsreiche Ernährung oberste Priorität. Diese besteht in erster Linie aus frischem Obst und Gemüse. Außerdem sind Vollkorngetreide, hochwertige Öle, Samen, Nüsse und Hülsenfrüchte von großer Wichtigkeit. Nüsse, Hülsenfrüchte und Getreide sind zudem die optimale Proteinquelle in der veganen Kinderernährung.

Eltern sollten dem Kind Lebensmittel geben, die konzentrierte Energie liefern. Das kann beispielsweise in Form von Sojaprodukten, Tahin, Nüssen, Avocados und Trockenfrüchten sein. Für genug Energie sorgen zudem Kohlenhydrate in Form von Vollkornprodukten. Dazu zählen zum Beispiel Getreideflocken, Vollkornnudeln Vollkornbrot und Wildreis. Im Übrigen halten derartige Kohlenhydrate das Kind auch satt.

Um ausreichend mit Omega 3 Fettsäuren versorgt zu werden, sollte das Kind täglich einen halben oder einen ganzen Teelöffel Leinöl essen. Als Alternative kann hier auch Rapsöl zum Einsatz kommen. Zu diesem Zweck können Eltern ihrem Kind auch Algenölkapseln geben.

Wichtig ist es in der veganen Ernährung, bei Kindern auf ausreichende Quellen von Jod, Kalzium, Zink und Eisen zu achten. Zudem muss Vitamin B12 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden. Eine tägliche Supplementierung ist auch im Falle von Vitamin D nötig, wenn sich das Kind während der Sommermonate nicht zwischen und 25 Minuten in der Mittagssonne aufhalten kann. Vitamin D ist im Winter aber auf jeden Fall zu ergänzen.

Eltern sollten Kindern am besten, so wenig Fertigprodukte wie möglich zu verzehren geben. Auch in veganen Ersatzprodukten sind nicht selten Zucker, Salz und Transfettsäuren enthalten. Stattdessen sind biologische, regionale und saisonale Lebensmittel bestens zu empfehlen.

Um den Versorgungszustand der Kinder zu prüfen, sollten Eltern regelmäßig Bluttests durchführen lassen. Hier soll die Versorgung mit Mineralien und Vitaminen unter die Lupe genommen werden.

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yamo

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