Vegane Ernährung bei Kindern

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Während man bei der vegetarischen Ernährung auf Fleisch und Fisch verzichtet, dürfen bei der veganen Ernährung auch keine tierischen Produkte wie Honig, Eier und Gelatine gegessen werden.

Zum Wohle der eigenen Gesundheit, unserer Umwelt und zum Wohle der Tiere finden aktuell immer mehr Menschen Gefallen an der veganen Ernährung. Ob Babys, Kleinkinder oder Jugendliche – die vegane Ernährung soll für Kinder jeden Alters möglich. Es müssen aber wie bei jeder anderen Ernährungsform einige Dinge in Betracht gezogen werden. Wenn die Empfehlungen für diese Ernährungsform beachtet werden, dann soll einer veganen Ernährung weder Kindern noch Jugendlichen etwas im Wege stehen.

Die Weichen für die Ernährungsgewohnheiten sollen maßgeblich schon in den ersten Lebensjahren gestellt werden. Eltern, die ihre Kinder an gesunde Ernährungsgewohnheiten heranführen, können damit ihr ganzes Leben prägen. Wenn Kinder bereits früh damit anfangen, gesund zu essen, dann werden sie das vermutlich auch als Erwachsene tun.

Keine vegane Ernährung bei Babys

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Babys müssen und können keine Veganer sein. Denn Muttermilch ist das Beste, was sie bekommen können. Muttermilch stärkt das Immunsystem der Babys und verfügt über alle wichtigen Nährstoffe. Wenn die Mutter stillt, dann wird auch das Kleine vor späteren Allergien und Übergewicht geschützt. Sollte die Mutter eine vegetarische Ernährungsweise bevorzugen, dann muss sie sich ausgewogene ernähren. Wichtig ist deshalb vor allem eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12.

Wenn die Mutter aber nicht stillen kann, dann sollte man Babys keine Alternativlösungen für Milch wie Reismilch oder Sojamilch anbieten. Hierzu zählt übrigens auch die Kuhmilch.

Vegane Ernährung für Kleinkinder geeignet

Die Meinungen gehen bei Kindern ab dem ersten Lebensjahr auseinander. Zum einen gibt es Ernährungsexperten, die für das Wachstum, die geistige Entwicklung und den Knochenbau den Verzehr von Fleisch, Milchprodukten und Co. als notwendig bezeichnen. Dagegen zeugen zahlreiche Kinder, die vegan ernährt wurden, dass ihre Entwicklung vollkommen in Ordnung und normal sei. Darüber hinaus belegen mittlerweile auch Studien, dass die vegane Ernährung erhebliche gesundheitliche Vorteile mitbringt und zu keinen Mangelerscheinungen führt.

So können Kleinkindern ab dem sechsten Monat neben der Muttermilch auch kleine Mengen an fester Nahrung eingeführt werden. Zu Beginn sind hier vor allem weiche pflanzliche Lebensmittel zu empfehlen. Geeignet sind in diesem Sinne gut gekochtes Gemüse, püriertes Obst und gemahlene gekochte Cerealien. Die Früchte, die das Kind isst, sollten nicht aus der Dose sein. Das Kind kann weiche Früchte wie Aprikosen, Pfirsiche, Beeren, Birnen oder Avocados verzehren. Ab dem zwölften Monat können Kleinkinder auch grüne Smoothies bekommen. Solche Mahlzeiten versorgen die Kleinen mit ausreichend Vitaminen und Antioxidantien, stuhlregulierenden Ballaststoffen, lebenswichtigen Aminosäuren und Mineralstoffen wie Magnesium, hochwertigem Kalzium und Eisen.

Daher spricht nichts dagegen, dass Kleinkinder vegan ernährt werden. Vorausgesetzt, man achtet auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12, Vitamin D, Proteinen, Eisen und Zink.

Kinder und Jugendliche profitieren von veganer Ernährung

Eine gesunde vegane Ernährung ist sowohl für Kinder als auch für Jugendliche gewinnbringend. Zum einen beugt sie späterem Übergewicht, da es in der veganen Ernährung keine überschüssigen Kalorien gibt. Zum anderen schützt diese Ernährungsform vor chronischen Erkrankungen. Darüber hinaus ist sie im Vergleich zur nicht-veganen Ernährungsweise deutlich gesünder. Denn die vegane Kost liefert Kindern und Jugendlichen reichlich Vitamine und Ballaststoffe aber auch Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe.

Zur Mangelernährung kann es hingegen nur dann kommen, wenn sich Kinder und Jugendliche nicht ausgewogen ernähren. Denn nicht jeder vegan Lebende ernährt sich gesund. So können sich Kinder von Teigwaren, Sojaburgern und veganen Keksen ernähren. Aber genau das ist kaum gesünder als Pizza oder Currywurst.

Damit sich Kinder und Jugendliche gesund vegan ernähren, muss auf die Versorgung mit Proteinen, Kohlenhydraten, mit Spurenelementen wie Zink und Eisen, Mineralstoffen wie Kalzium und Vitaminen wie B12 und Vitamin D Rücksicht genommen werden.

Keine gesundheitlichen Bedenken bei der veganen Ernährung für Kinder

Manch eine Gesellschaft für Ernährung ist der Ansicht, dass es gesund ist, wenn sich ein Kind vegan ernährt. So ist zum Beispiel die führende amerikanische Ernährungsgesellschaft Academy of Nutrition an Dietetics (AND) zum Schluss gekommen, dass es bedarfsdeckend und gesund ist, wenn sich Kinder in jeder Lebensphase vegan ernähren.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang nur, dass bei veganer Ernährung der Bedarf an Nährstoffen und Kalorien bei Kindern und Jugendlichen komplett gedeckt wird. Das bezieht sich aber auf alle Ernährungsformen. So kann auch eine mischköstliche Ernährung zu Schädigungen und Mangelernährung führen, wenn der Bedarf an wichtigen Nährstoffen unzureichend ist oder nicht gedeckt wird.

Vegane Ernährung für Kinder bedarfsdeckend laut Studie

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlichte die VeChi Youth Studie (Vegetarian and vegan Children Study). Die Studie vergleicht die Zufuhr von Nährstoffen und Energie zwischen Kleinkindern in Deutschland, die mit Mischkost und jenen, die vegan und vegetarisch ernährt wurden. Die Studie wird von der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz gefördert. Beteiligt sind daran Forscher und Forscherinnen, der Universität Bonn, der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) sowie des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE).

Alle Gruppen haben eine normale Entwicklung von Körpergröße und Körpergewicht gezeigt. Das ist eines der wichtigen Ergebnisse, so der Studienleiter Dr. Markus Keller. Demnach können für Kleinkinder sowohl die vegane als auch die vegetarische Ernährung bedarfsdeckend sein. Es müssen aber ausreichende Mengen an kritischen Nährstoffen, Nahrungsenergie und in erster Linie Vitamin B12 zugeführt werden.

Bei der Zufuhr von Hauptnährstoffen wie Proteinen, Fett und Kohlenhydraten haben alle Kleinkinder die Zufuhrempfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erreicht.

Die durchschnittliche Zufuhr von Jod, Vitamin B12 und Kalzium war hingegen bei allen Gruppen kritisch. Die niedrigsten Werte in dieser Hinsicht weisen hier vegan ernährte Kinder auf. Diese lagen etwas knapp über der Hälfte der empfohlenen Menge. Auch Mischköstler konnten lediglich drei Viertel der Empfehlung erreichen.

Den Forschern fiel allerdings positiv auf, dass vegan ernährte Kinder eine hohe Zufuhr an B12 hatten. Hier sei zu erwähnen, dass alle veganen Kinder Präparate mit Vitamin B12 einnehmen. Wichtig ist das vor allem, da dieses Vitamin für die Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns eine wichtige Rolle spielt.

Der besagten Studie nach zu urteilen, besteht für ein Kind kein Nachteil, wenn es sich vegan ernährt. Im Vergleich zu mischköstlich ernährten Kindern essen Kinder bei der veganen Ernährung deutlich mehr gesundheitsförderliche Nahrungsmittel.

Ausgewogene vegane Ernährung gibt Kindern alle Nährstoffe

Im Wachstum haben Kinder einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. In diesem Zusammenhang spielen vor allen Dingen Proteine eine bedeutende Rolle. Zu diesem Zweck sind jedoch keinerlei tierische Produkte nötig. Viele Menschen wissen aber nicht, dass auch in Pflanzen ausreichend Proteine gibt. Bei veganer Ernährung erhalten Kinder große Mengen an Proteinen aus Samen, Nüssen, Obst, Gemüse oder aus Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide.

Zudem beinhalten pflanzliche Proteinquellen auch zahlreiche Nährstoffe, die gesundheitsfördernd sind. Dazu zählen in erster Linie Ballaststoffe, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren.

Bedeutende Nährstoffe in veganer Kinderernährung

In jeder Ernährungsweise bestehen kritische Nährstoffe, auf welche man besonders Acht geben muss. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft in der veganen Ernährung von Kindern die folgenden Nährstoffe als kritisch ein: Vitamin B12, Proteine, Vitamin D, Eisen, Kalzium, Zink und Omega-3-Fettsäuren.

Wenn Kinder vegan essen, dann ist es ohne Probleme möglich, ausreichend pflanzlicher Proteine aufzunehmen. Es muss lediglich beachtet werden, dass Kinder pflanzliche Proteine aus verschiedenen Quellen essen. Dadurch stellt man sicher, dass die essenziellen Aminosäuren beziehungsweise die wichtigen Eiweißbausteine enthalten sind.

Eine ausreichende Menge an Ballast- und Nährstoffen erhält ein vegan ernährtes Kind durch Mais, Haferflocken, Vollkornnudeln, Vollkornbrot oder Wildreis.

Zudem müssen Kinder in der veganen Ernährung mit Kohlenhydraten versorgt werden. Diese sind als Grundnahrungsmittel anzusehen, zumal sie der optimale Energielieferant sind. Sie kommen im Gemüse, in Bohnen und in Vollkornprodukten vor.

Sowohl für ein aktives Kind als auch für Jugendliche sind pflanzliche Lebensmittel der optimale Energielieferant. Beide benötigen sehr viel Energie. Um das Energieniveau konstant zu halten, eignen sich am besten komplexe Kohlenhydrate, die aus pflanzlichen und naturbelassenen Lebensmitteln kommen. Denn komplexe Kohlenhydrate werden vom Körper langsamer aufgenommen. Dies sorgt wiederum dafür, dass der Blutzuckerspiegel eher langsam steigt. Eine solche Ernährungsweise ist dafür zuständig, dass Heißhungerattacken vermieden werden. Außerdem werden Kinder und Jugendliche dadurch lange gesättigt.

In der veganen Ernährung für Kinder Vitamin D nicht vernachlässigen

In großen Mengen ist Vitamin D weder in pflanzlichen noch in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Das Vitamin kann sich jedoch in der Haut von Kindern und Jugendlichen bilden. Dafür ist aber eine ausreichende Sonneneinstrahlung nötig. Die Sonne muss auf die unbedeckte Haut einstrahlen. Dies ist aber lediglich in den Monaten von April -September möglich.

Es wird jedoch nicht empfohlen, Babys der direkten Sonne auszusetzen. Daher ist schon seit der Geburt ein Präparat mit Vitamin D als Ergänzung notwendig. Diese sind in Form von Tropfen erhältlich und sollten auch von mischköstlich ernährten Kindern genommen werden.

Bei der veganen Ernährung für Kinder gute Versorgung mit Vitamin B12

Es ist unnötig, tierische Produkte zu konsumieren, auch wenn es derzeit kein pflanzliches Lebensmittel gibt, das als Quelle für Vitamin B12 dienen kann. B12 kann allerdings in Form von Tropfen eingenommen werden. Daher sollten es Kinder schon ab der Geburt einnehmen. Zudem gibt es auch Zahnpasta oder Pflanzendrinks, die mit B12 angereichert sind.

Bei veganen Kindern war gemäß der VeChi Youth Studie, wie bereits weiter oben erwähnt wurde, auch die Versorgung mit Vitamin B12 gut. Der kritische Nährstoff war sogar besser als bei Kindern, die sich vegetarisch ernähren. Das deutet darauf hin, dass der Verzehr von Präparaten mit Vitamin B12 und das Verwenden von Nahrungsmitteln wie pflanzlichen Drinks sehr gut funktioniert.

Der Studie zufolge essen Kinder, die sich vegan ernähren, deutlich mehr Obst und Gemüse im Vergleich zu Mischköstlern. Außerdem nehmen sie circa doppelt so viele Ballaststoffe und gesunde mehrfach ungesättigte Fettsäuren auf. Sie verzehren die drei- bis siebenfache Menge an Hülsenfrüchten sowie die vier- bis zehnfache Menge an gesunden Nüssen.

Die genannten Nährstoffe zählen zu den präventiven Gruppen von Lebensmitteln. Für eine gesunde Ernährung sind diese von großer Bedeutung und schützen vor Krankheiten.

Für vegane und gesunde Ernährung Omega-3-Fettsäuren bedeutend

Wenn ein Kind vegan ernährt wird, dann muss sein Bedarf an Omega-3-Fettsäuren gedeckt werden. Gut eignen sich dafür Walnüsse, Chiasamen sowie Hanf- und Leinsamen. Besonders gut ist hier Leinöl zu empfehlen. Dieses sollte mit DHA aus Mikroalgenöl angereichert sein.

Vegane Ernährung für Kinder – Kalzium, Eisen, Jod und Zink aufnehmen

Vegan Lebende müssen ausreichend Jod, Kalzium, Zink, und Eisen in ihre Ernährung aufnehmen, zumal es sich in der Regel um kritische Nährstoffe handelt.

Viel Kalzium ist in Haferflocken, Brokkoli, Grünkohl und in Mandeln enthalten. Außerdem können vegan ernährte Kinder Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt oder mit Kalzium angereicherte Pflanzendrinks trinken. Zu empfehlen sind mindestens 400 mg pro Liter.

Reich an Eisen sind vor allen Dingen Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Linsen. Gute Eisenlieferanten sind zudem auch Nüsse, Pistazien, Leinsamen, Sesam, Kürbiskerne und andere Ölsaaten. Eisen ist auch in verschiedenem Gemüse enthalten. Dazu zählen Rote Beete, Rucola, Grünkohl. In getrockneten Früchten wie Pflaumen und Aprikosen steckt ebenfalls viel Eisen genauso wie im Vollkorngetreide wie Hirse, Quinoa, Amaranth, Haferflocken und Roggen.

Als eine gute Zinkquelle in der veganen Ernährung eignet sich vor allem Vollkorngetreide. Viel Zink enthalten zudem auch Amaranth, Cashewkerne oder Kichererbsen.

Eine gute Jodquelle ist die Nori-Alge, während sich das Verwenden von jodiertem Speisesalz am besten eignet.

Die Aufnahme von Zink, Eisen und Kalzium wird gefördert, indem die genannten Lebensmittel im Wasser eingeweicht, püriert oder gegart werden. Die Aufnahme erhöht sich zusätzlich, wenn mit den Lebensmitteln Vitamin C (enthalten in Zitrusfrüchten), Apfelsäure (enthalten im Apfel, Kirschen und Aprikosen), Weinsäure (enthalten in Weintrauben oder Rosinen) oder Zitronensäure (enthalten in Zitrusfrüchten, Tomaten oder Paprika) kombiniert wird. Die Eisenaufnahme kann man hingegen durch Beta-Carotin (enthalten in Karotten oder in Grünkohl) verbessern.

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yamo

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