Vegetarische Beikost

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Immer mehr junge Menschen leben als Vegetarier, die einen oder anderen sogar vegan. Die vegetarische Ernährung bedeutet, dass man auf Fleisch und jegliche Fleischprodukte verzichtet. Es gibt immer wieder Diskussionen darüber, ob eine vegetarische Ernährung oder gar eine vegane Ernährung tatsächlich auch für Babys wie für Erwachsene geeignet sind. Im Hinblick darauf wird allerdings sowohl von Fachstellen als auch von Beratern und Ärzten empfohlen, dass das Baby so lange wie möglich beziehungsweise mindestens sechs Monate lang gestillt wird. Danach kann mit der vegetarischen Kost begonnen werden.

Wenn man Babys vegetarisch ernähren will, dann muss die Beikost jedoch alle wichtigen Mineralstoffe und Vitamine enthalten. Eltern müssen sich damit beschäftigen, welche Lebensmittel als vegane Beikost für ihre Kinder geeignet sind. Damit die Kleinen ausgewogen ernährt werden, ist es wichtig zu wissen, in welcher Nahrung welche Vitamine und Nährstoffe stecken.

Ab wann eine vegetarische Beikost zu empfehlen ist

beikost vegetarisch bild 1

Zur Deckung der Nährstoffe und der Energie des Kindes ist Muttermilch ab dem fünften beziehungsweise ab dem siebten Monat des Säuglings nicht mehr allein in der Lage. Zu diesem Zeitpunkt wird in der Regel die Beikost in den Speiseplan aufgenommen.

Damit sich das Kind leichter an das Füttern mit dem Löffel gewöhnt, können Eltern dem Kind ein einfaches Mus aus Karotten geben. In der Folge empfiehlt sich dann auch ein Brei aus Kartoffeln, Gemüse und Getreide. Anschließend werden auch weitere Milchmahlzeiten durch Brei ersetzt. Dieser kann eine pflanzliche Basis haben. Außerdem kann er auf Getreide, Obst oder Milch basieren.

Vegetarische Ernährung als Beikost nicht ungeeignet

Damit Babys gesund ernährt werden können, ist ein abwechslungsreicher Speiseplan das A und O. Der Bedarf des Kindes an lebenswichtigen Nährstoffen und Energie wird lediglich durch eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung gedeckt. Damit es dem Baby an keinen Nährstoffen mangelt, müssen die unterschiedlichsten Produkte auf dem Speiseplan stehen.

In diesem Sinne ist die vegetarische Ernährung für Kinder als Beikost nicht optimal, wird jedoch auch nicht als ungeeignet bezeichnet. Ohne sich um Mangelerscheinungen sorgen zu müssen, können Eltern ihr Baby daher Fleisch und Fisch ernähren. In diesem Zusammenhang müssen Eltern allerdings darauf achten, dass den Kindern alle im Fleisch enthaltenen Nährstoffe durch andere Lebensmittel zugeführt werden. Demzufolge muss das Menü des Kindes abwechslungsreich und vielfältig gestaltet sein.

Für Kinder im Säuglingsalter wird hingegen keine Beikost empfohlen, die rein vegan ist.

Schweizer Gesellschaft für Ernährung über eine vegetarische Ernährung bei der Beikost

In Anlehnung an die Experten der Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE) ist für Kinder eine vegetarische Ernährung möglich. Dabei ist eine facettenreiche Auswahl der Lebensmittel von großer Wichtigkeit.

Eltern von Säuglingen, die eine vegetarische Beikost essen, müssen täglich auf eine ausreichende Versorgung mit Milch Acht geben. Den Empfehlungen zufolge sollen es etwa 500 ml pro Tag sein. Am besten eignet sich hier vor allem Muttermilch. Ansonsten wird zu einer ausgewogenen Ernährung geraten.

Beachten, welche Nahrungsmittel für die vegetarische Beikost verwendet werden

Nur eine nährstoffreiche und vielseitige Nahrung kann dafür sorgen, dass das Kind wächst und sich entwickelt.

Nährstoffreich sind für den Brei vor allen Dingen Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, gemahlene Nüsse und Hülsenfrüchte wie z.B. Kichererbsen. Durch Getreide, Nüsse und Hülsenfrüchte wird nicht nur die Energiedichte, sondern auch der Gehalt an Proteinen erhöht. Auch pflanzliche Öle steigern den Energiegehalt, was vor allem bei vegan ernährten Kindern verwendet werden sollte.

Eltern sollten außerdem beachten, dass das Kind regelmäßig Milchprodukte und Eier isst. Damit wird ein Mangel an Eiweiß verhindert. Darüber hinaus wird das Kind gleichzeitig auch mit wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen versorgt.

Mehrmals in der Woche sollte das Kind Hülsenfrüchte zu essen bekommen.

Eine besondere Bedeutung sollten Eltern allerdings auf die Zufuhr von Eisen und Zink legen.

Auf Eisen Acht geben, wenn Beikost vegetarisch ist

Auf die Zufuhr von ausreichend Eisen, muss die Mutter schon im Mutterleib achten, da ihr Bedarf während der Schwangerschaft deutlich höher ist. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Eisenspeicher des Babys in dieser Zeit gefüllt werden. Ein Mangel an Eisen kann sowohl die psychomotorische Entwicklung beeinträchtigen als auch zu Anämien beim Säugling führen.

Über die Muttermilch bekommt das Baby in der Regel aber kaum Eisen von der Mutter. Hier wird größtenteils sein gespeichertes Eisen aufgebraucht. Daher benötigt ein Baby nach dem Stillen eine Beikost, die reich an Eisen ist.

Die Leiterin des Forschungsdepartments Kinderernährung (FKE) der Universitätskinderklinik Bochum, Professor Mathilde Kersting, ist der Ansicht, dass Eisen im zweiten Lebensjahr des Kindes eine wesentliche Rolle spielt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Bedarf an Eisen höher als er es je im späteren Lebens des Babys sein wird. Daher greifen Eltern vor allem auf einen Brei, in dem Fleisch enthalten ist.

Wenn man das Baby vegetarisch ernähren will, so gibt es dafür eine hilfsweise Ersatzlösung. Statt einem Brei mit Gemüse, Kartoffel und Fleisch, wird hier ein Brei mit Gemüse, Kartoffeln und Getreide empfohlen. Diesem wird ein Obstsaft oder ein Obstpüree zugegeben, welches reich an Vitamin C ist. Das bedeutet, dass vegetarisch ernährte Kinder viele eisenhaltige Lebensmittel wie Vollkorngetreide (Vollkornnudeln, Grünkern, Haferflocken, Hirse und Hafer) essen sollten. Dazu am besten Obst und Gemüse kombinieren, in denen viel Vitamin C enthalten ist. Hier eigenen sich optimal Spinat, Broccoli, Rosenkohl, Hagebutte, Kohlrabi oder Blumenkohl aber auch Zitrusfrüchte Orangensaft und Apfelmus. Dazu sollten aber keine Milchprodukte genommen werden, da sie die Eisenaufnahme hemmen.

Um die Eisenversorgung des Babys zu optimieren, sollte als Beikost ein Ei pro Woche mit dem Brei aufgekocht werden. Oft kann das Kind auch eisenreiches Gemüse essen. Optimal für den Getreideberei sind Hafer und Hirse. Diese weisen mehr Eisen als andere Getreide auf.

Ist für die vegetarische Beikost wie für die vegane Ernährung Vitamin B12 unabdingbar?

In der Regel wird für die vegetarische Beikost keine regelmäßige Zufuhr von Vitamin B12 in Form von Präparaten nötig. Wenn das Baby aber ausreichend Milchprodukte wie Käse oder Eier zu sich nimmt, dann sollten Eltern darüber nachdenken, Vitamin B12 zusätzlich zu verabreichen.

Vitamin D wichtig für die vegetarische und vegane Ernährung

Bei vegetarischer und veganer Ernährung spielt Vitamin D eine bedeutende Rolle bei Kindern. Sollte beim Baby ein Mangel an Vitamin D vorhanden sein, so kann dies zu einer gestörten Entwicklung der Knochen beziehungsweise zur Entstehung von Rachitis führen.

Im ersten Jahr sollte das Baby Nahrungsergänzungsmittel bekommen. Zu empfehlen sind in dieser Hinsicht 10 µg Vitamin D. Dies ist ein Muss, ganz unabhängig davon, ob sich das Kind ausreichend im Sonnenlicht aufhält oder wie sich die stillende Mutter ernährt.

Omega 3 Fettsäuren unentbehrlich für die vegetarische Beikost

Omega 3 Fettsäuren sind für eine gesunde Entwicklung eines Kindes lebenswichtig. Diese sind vor allen Dingen im Fisch vorhanden. Wenn sich das Kind vegetarisch ernährt, dann steht allerdings kein Fisch auf dem Speiseplan.

Als Alternative eignen sich vor allen Dingen Pflanzenöle wie z.B. Raps- und Leinöl. Diese sind reich an α-Linolensäure. In der α-Linolensäure ist die Docosahexaensäure (DHA) enthalten, die für die Entwicklung des kindlichen Gehirns verantwortlich ist. DHA kann aber nur in einem bestimmten Maß aus dieser Säure umgewandelt werden. Deshalb ist es wichtig, dass ein vegetarisch ernährtes Baby DHA in Form von Mikroalgenöl zu sich nimmt. Für die Beikost kann allerdings ein Leinöl verwendet werden, welches mit DHA angereichert wurde.

Vegetarische Beikost – Jod nicht vergessen

Ganz egal, um welche Ernährungsform es sich handelt, Jod ist allgemein als ein kritischer Nährstoff in allen Ernährungsformen anzusehen. Zu den besten Jodquellen zählt Seefisch.

Bei Kindern, die eine vegetarische Beikost bekommen, sollte daher auf eine ausreichende Zufuhr von Jod geachtet werden. Wenn die Mutter ausreichend mit Jod versorgt ist, dann erhält es auch der Säugling über die Muttermilch. In geringen Mengen ist Jod auch in pflanzlichen Lebensmittel enthalten wie zum Beispiel in Cashews, Spinat, Brokkoli oder in Champignons. Ob Jod als Nahrungsergänzungsmittel für das Kind notwendig ist oder nicht, können Eltern am besten mit dem Kinderarzt besprechen.

Tipps für eine gesunde vegetarische Ernährung bei Kindern

Während der ersten Lebensmonate des Babys ist Muttermilch die beste Nahrung, die der Säugling bekommen kann.

Eine vegetarische Beikost, die sehr sorgfältig geplant wurde, kann den Bedarf an jeglichen Nährstoffen des Kindes gut decken. Es sollte hier aber dennoch auf die kritischen Nährstoffe geachtet werden. Hierzu zählen in erster Linie Eisen, Vitamin D und Omega 3 Fettsäuren. Wenn nötig, dann müssen für die genannten Nährstoffe entsprechende Nahrungsergänzungsmittel genommen werden.

Eine vegetarische und gut zusammengestellte Beikost kann nicht nur zur Gesundheit des Kindes beitragen. Sie kann auch dafür verantwortlich sein, dass sich beim Kind ein gesundes Ernährungsverhalten entwickelt. Denn dieses wird maßgeblich in der frühen Kindheit geprägt.

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