Zusätzliche Flüssigkeit für dein Baby – wie viel sollte es trinken?

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Gefühlt gerade erst geboren, sind die ersten Monate mit deinem Baby schon vorbei: Aus den geschlossenen Äuglein, sind große neugierige Augen geworden, aus der steife Lippe, ein Lächeln entstanden und zusätzlich, neben der Milchmahlzeit, soll nun die erste Flüssigkeit gegeben werden. Was du bei zusätzlicher Flüssigkeitszufuhr beachten musst, verraten wir dir.

 

In den ersten Lebensmonaten ist keine zusätzliche Flüssigkeit fürs Baby nötig

Ob Still- oder Flaschenkind – in den ersten Lebensmonaten reicht deinem Säugling deine Muttermilch oder Pre, die nicht nur den Hunger, sondern auch den Durst stillt. Zusätzliche Getränke sind eventuell bei Fieber oder Durchfall empfehlenswert, allerdings sollte dies im Einzelfall mit eurem Kinderarzt besprochen werden.

Ansonsten, wenn das Stillen gut klappt und du selbst genug trinkst, enthält die Muttermilch alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe und besteht zu einem Großteil aus Wasser. Damit ist dein Baby in der Anfangszeit am besten versorgt und du musst dir keine Gedanken machen, dass es verhungert oder austrocknet.  Selbst im Sommer, wenn das Wetter besonders heiß ist, wirst du merken, dass dein Baby viel öfter nach der Brust verlangt, um seinen Durst zu stillen. Achte einfach auf die Signale deines kleinen Schatzes.

Gleiches gilt auch für Flaschenkinder. Auch hier sollte das Baby immer im Auge behalten werden und sollte der Bedarf nach Flüssigkeit im Sommer höher sein, gilt auch hier, die Flasche öfter als sonst zu geben. Dein Baby kann schon mehr, als du vielleicht denkst.

 

Mit der dritten Beikostmahlzeit beginnt die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr

Experten empfehlen ab der Einführung der dritten Breimahlzeit, meist dem Getreide-Obst-Brei am Nachmittag, mit zusätzlicher Flüssigkeitszufuhr zu beginnen. Jedoch kann es nicht schaden, gleich zu Beginn der Beikosteinführung immer mal wieder einen Schluck Flüssigkeit anzubieten, sodass dein Baby genug Zeit hat, sich an den neuen Geschmack zu gewöhnen.

Wenn du erst bei der dritten Beikostmahlzeit anfängst, wird nämlich meist vorausgesetzt, dass dein Baby schon einen ganzen Becher zusätzliche Flüssigkeit trinkt. In der Praxis sieht dies meist anders sein. Du wirst schnell merken, dass dein Baby anfangs immer nur ein paar Schlückchen nimmt. Bis es einen ganzen Becher trinkt, dauert es eine ganze Weile. Aber auch hier hat jedes Baby seinen ganz eigenen Kopf. Dennoch fangen die meisten mit ein paar Schlucken an.

 

 

Wie viel sollte mein Baby trinken?

Im Grunde genommen liefern die Breimahlzeiten schon eine ganze Menge an Flüssigkeit, etwa 800 bis 900 ml. Der empfohlene Richtwert für die Zufuhr von Flüssigkeit liegt bei Kindern im Alter von vier bis 12 Monaten bei etwa einem Liter pro Tag, sodass ein zusätzliches Getränk von etwa 200 ml ausreicht, um den Flüssigkeitsbedarf deines Schützlings zu decken [1].

Nach kurzer Zeit geht es von der Beikost meist über in die Familienmahlzeiten und das gemeinsame Essen und die Still- bzw. Flaschenmahlzeiten werden immer weniger. Die Nun erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf ganz automatisch.

 

Kann mein Baby auch zu viel trinken?

Viele Eltern haben die Sorge, dass ihr Baby zu viel trinkt und so eine Überhydrierung stattfindet. Diese Sorge ist nicht ganz unbegründet, denn grundsätzlich kann dieser Zustand eintreten, aber nur in sehr seltenen Fällen. Eine Überhydrierung kann aber vermieden werden, indem man seinem Baby nicht in Übermengen Flüssigkeit anbietet, sondern immer nur in kleinen Mengen. Eben ganz nach Bedarf.

Umso älter es wird, umso besser kann es aber auch seinen Wasserhaushalt kontrollieren und auch mit größeren Mengen Wasser besser umgehen. Nur in den ersten Monaten sollte komplett auf Flüssigkeit verzichtet werden, da die kleinen Babynieren den erhöhten Flüssigkeitskonsum noch nicht verarbeiten können und eine Wasservergiftung eintreten kann.

 

Was sollte mein Baby trinken?

An Auswahl mangelt es auf jeden Fall nicht – auf dem Markt werden hunderte verschiedene Getränke angeboten. Viele die sogar speziell für Babys geeignet sein sollen. Für den Anfang brauchst du all diese tollen Säfte und Getränke aber nicht, sondern fängst am besten mit Wasser an. Am besten sogar Leitungswasser. Das Wasser aus unserem Wasserhahn wird stets gut überwacht und ständig auf Keime hin untersucht. Zudem ist es günstig, jederzeit verfügbar und du ersparst dir das Tragen von schweren Wasserkisten. Jedoch sollte das Wasser aus der Leitung vor der Zufuhr abgekocht und abgekühlt werden, denn oft befinden sich im Wasserhahn viele Keime. Natürlich kann man auch stilles Wasser im Supermarkt kaufen. Es gibt sogar extra Babywasser, was auch als solches ausgewiesen ist.

Mittlerweile gibt es auch eine vielzahl an Tees, die spezifisch für Babys geeignet sind, zum Beispiel Kamillentee. So können aber auch Fenchel-, Malve-, Anis-, Lindenblüten-, Kümmel-, Apfel- und Melissentee verwendet werden. Wichtig ist, dass diese mindestens fünf Minuten in kochendem Wasser ziehen, kein Zucker hinzugefügt wird und man den Tee gut abkühlen lässt. Abschließend stellen Tees eine gute Alternative zu Wasser dar und können deinem Baby unbedenklich zugeführt werden.

 

 

Was sollte mein Baby nicht trinken?

Da Mineralwasser oft mit Natrium und Magnesium versetzt ist, also auch leicht salzig ist, empfiehlt sich der Konsum mit Kohlensäure bei Babys eher nicht. Je älter dein Kind wird, desto öfter kann aber auch Mineralwasser angeboten werden. Viele Kinder mögen das Prickeln allerdings nicht und präferieren ohnehin stilles Wasser.

Ebenso sollten reine Fruchtsäfte nach Möglichkeit weggelassen werden. Sie enthalten meist Zucker und andere Kohlenhydrate, welche die Entstehung von Karies fördern können.

Absolut nicht empfehlenswert sind Softdrinks und Sirup im ersten Lebensjahr, da sie ebenfalls viel Zucker und oft auch Koffein enthalten, welcher von Babys noch nicht ausreichend verarbeitet werden kann.

 

Woraus sollte mein Baby Wasser und Tee trinken?

Woraus dein Baby letztendlich den ersten Schluck Wasser bekommt, ist dir völlig selbst überlassen. Grundsätzlich kann und darf jedes Baby aus jeglichem Gefäß Wasser oder Tee trinken. Einige Eltern greifen am Anfang zu kleineren Gläsern wie Schnapsgläsern, da diese besonders klein sind und sich gut vom Baby in beiden Händen festhalten lassen. Andere wiederum greifen auf spezielle Trinklernbecher, die du in der Drogerie bekommst, zurück. Wieder andere verwenden gerade in der Anfangszeit ein Fläschchen, um dem Baby die benötigte Flüssigkeit zu geben.

Im Endeffekt entscheidest du, was für euch die beste Möglichkeit ist und welcher Typ du bist. Bei der Becher-Methode kann natürlich schnell etwas danebengehen. Bei der Flasche ist man auf der sicheren Seite. Allerdings müssen die Kleinen das Trinken aus dem Becher ja auch irgendwann lernen. Also ist es dir überlassen, was für euch der richtige Weg ist.

Fazit: Gebe deinem Baby die Zeit, die es benötigt

Nur, weil andere Kinder vielleicht schon besser aus dem Becher trinken können als dein Eigenes, lass dich nicht unter Druck setzen und höre auf deinen Sprössling und seine Bedürfnisse. Lass ihn am besten viel selbst entscheiden und ausprobieren, sei aber immer dabei, um ihn gegebenenfalls zu unterstützen.

Wichtig ist, dass du mit kleinen Mengen Flüssigkeit anfängst und dich langsam steigerst. Dabei nicht die Geduld verlierst, denn manch Baby braucht einfach ein bisschen länger, um sich an den neuen Geschmack und das neue Trinkverhalten zu gewöhnen.

Gib euch Zeit und du wirst sehen, bald ist dein Baby ein echter Trink-Profi!

[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung,  Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Bonn (2016)

 

 

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