3 Monats Koliken – Wenn das Schreien nicht mehr aufhört

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Eigentlich fehlt es deinem Baby an nichts und trotzdem weint es stundenlang, ganz egal was du auch machst? Lese jetzt weiter um mehr über die ersten Anzeichen, Ursachen und mögliche Linderung von 3-Monats-Koliken zu erfahren.

Die ersten paar Wochen sind wie im Flug vergangen. Dein Baby schläft fast noch den ganzen Tag und auch Nachts wird es nur wach um zu Trinken oder um gewickelt zu werden, nur um danach wieder wie ein kleiner Engel einzuschlummern. Natürlich weint dein Baby auch ab und zu, aber meistens lässt es sich schnell wieder trösten und schläft dann auch schnell wieder ein.

Aber dann plötzlich wendet sich das Blatt. Dein Baby lässt sich plötzlich nicht mehr beruhigen. Es schreit mit hochrotem Köpfchen bis dir die Ohren Klingeln. Ganz egal was du machst, nichts scheint zu helfen.

Wenn dieser Zustand sich fast täglich wiederholt und du das Gefühl hast, dass du schon bald die Uhr danach stellen könntest, weil es immer nachmittags oder Abends zur gleichen Zeit losgeht, dann seid ihr wahrscheinlich schon mitten in den 3-Monats-Koliken.

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Ärzte und Hebammen sprechen offiziell von einer 3 Monats Kolik, wenn diese drei Voraussetzungen erfüllt sind:
  • Das Baby schreit mindestens drei Stunden am Stück
  • Das ganze kommt mindestens dreimal pro Woche vor
  • Der Zustand hält sich mindestens drei Wochen lang

 

Warum treten Koliken bei Babys auf?

Interessanterweise gibt es bis heute keine klare Ursache für die 3-Monats-Koliken. Wahrscheinlich ist, dass es sich dabei zum größten Teil um Anpassungsschwierigkeiten handelt. Schließlich muss sich die Verdauung beim Baby erst noch einspielen. Bis zu 30 % aller Babys leiden in den ersten drei Lebensmonaten unter Koliken. Dieser Zustand, der sich meist in lang anhaltendem Schreien äußert, ist etwas, was gerade frischgebackene Eltern leider stark belasten kann. Babys die Koliken haben schreien oftmals über mehrere Stunden hinweg und wiederholen dies mehrere Tage pro Woche.

 

Wie lange dauern die 3-Monats-Koliken?

Wenn dein Baby zurzeit an Koliken leidet, fragst du dich sicherlich, wann es endlich vorbei ist und ihr beide endlich wieder etwas Ruhe und Schlaf bekommt. Die 3-Monatskoliken erreichen tendieren dazu bei 6 Wochen alten Babys ihren Höhepunkt zu erreichen. Danach wird es meistens ab der 12. oder 13. Wochen langsam wieder besser, da sich die Verdauung ab dem 3. Lebensmonat langsam eingespielt hat und auch das Trinken an Brust und Flasche besser klappt.

 

Normale Bauchschmerzen oder 3-Monats-Koliken?

Der Unterschied zwischen normalen Bauchschmerzen und Koliken liegt darin, dass Koliken sehr viel länger andauern und die Symptome schon fast regelmäßig auftreten. Und doch ist ein ganz typisches Symptom für 3-Monats-Koliken ein aufgeblähter Bauch, Blähungen und darauffolgendes starkes Bauchweh. Dies kommt gerade in den ersten Wochen und Monaten vor, weil die Verdauung von Babys in diesem Alter noch nicht ausgereift ist. Besonders Babys, die ein Fläschchen bekommen, haben häufiger mit verdauungsbedingten Bauchschmerzen zu kämpfen, da diese Milch etwas schwerer zu verdauen ist als Muttermilch. Aber auch vollgestillte Babys haben oftmals mit 3-Monats-Koliken zu kämpfen. Häufig entsteht ein regelrechter Teufelskreis. Das Baby schreit, weil es Bauchweh hat, bekommt beim Weinen Luft in den Bauch, was wiederum zu Blähungen führt und wodurch das Baby abermals Bauchweh bekommt.

 

Bauchweh wegen Kuhmilchunverträglichkeit?

Nicht immer sind es die 3-Monats-Koliken. In manchen Fällen kann bei gestillten Babys die Ursache der Beschwerden auch im Essen der Mutter gefunden werden. Kinder die starke Lebensmittelunverträglichkeit haben können z.B schon auf Spuren von Kuhmilch in der Muttermilch allergisch reagieren. Dies kann sich auch oft durch Bauchweh und Blähungen bemerkbar machen. Besonders wenn es in der Familie bereits eine Vorgeschichte von Kuhmilchunverträglichkeit oder andere Allergien gibt, sollte dies von einem Arzt abgeklärt werden.

 

Was hilft bei 3-Monats-Koliken?

Dein Baby leidet und du hast das Gefühl, dass du ihm nicht helfen kannst. Ein schlimmeres Gefühl gibt es wohl kaum für neue Eltern. Besonders Kommentare von Außenstehenden wie z B. “Schreien kräftigt die Lunge“, sind überhaupt nicht hilfreich und eher kontraproduktiv. Hör bei sowas am besten einfach nicht hin. Schließlich braucht dein Baby dich gerade jetzt sogar noch mehr als sonst. Besonders Schreibabys brauchen einfach noch mehr Fürsorge und Aufmerksamkeit, da sie sehr sensibel sind und schnell von ihrer Umgebung überfordert werden können.

Probiere also am besten auf dein Bauchgefühl zu hören und die Sache ganz geduldig und ruhig anzugehen. Niemand kennt dein Kind so gut wie du und mit etwas Zeit und Geduld werdet ihr die Blähungen und die Bauchschmerzen sicherlich in den Griff bekommen. Je entspannter du bist, desto eher kann sich auch dein Baby entspannen und entkrampfen.

 

Hier ein paar Dinge die du tun kannst, um deinem Baby Erleichterung zu bringen:
  • Als allererstes empfiehlt es sich den Verdacht auf Koliken bei deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt abklären zu lassen. Schließlich handelt es sich nicht bei jedem Schreibaby um Blähungen und Bauchweh. Sondern es kann sich in manchen Fällen auch um andere gesundheitliche Probleme handeln, wie beispielsweise Allergien oder andere Erkrankungen.
  • Probiere beim Füttern darauf zu achten, dass dein Baby langsam und ruhig trinkt und nicht hastig schluckt, da sonst wieder viel Luft im Bäuchlein landet. Spezielle Stillpositionen oder Anti-Kolik Fläschchen können hierbei auch helfen. Wenn du nicht weißt, wie du dein Baby hierfür am besten anlegst, kannst du deine Hebamme oder eine Stillberaterin um Rat bitten.
  • Achte nach jeder Mahlzeit darauf, deinem Baby genügend Zeit und Gelegenheit zum Bäuerchen machen zu geben. Hierbei kann Luft, die sonst zu Blähungen führen könnte aufgestoßen werden. Es gibt verschiedene Varianten das Bäuerchen zu machen, vielleicht habt ihr die für euch beste Methode einfach noch nicht entdeckt. Falls dein Baby auch damit Schwierigkeiten hat, kannst du in unserem Artikel –Mein Baby macht kein Bäuerchen– weitere Informationen zum Thema erfahren.
  • Wenn dein Baby Bauchweh hat oder du spürst, dass das Babys Bäuchlein aufgebläht ist, kann auch der altbewährte Fliegergriff helfen. Hierbei legst du dir dein Kind in der Bauchlage längst auf deinen Arm, wobei du sein Köpfchen in deiner Hand hältst. Mit der anderen Hand klopfst oder streichelst du ihm sanft über den Rücken während du im Zimmer auf und ab gehst.
  • Noch etwas das bei Babys Bauchschmerzen wunder bewirken kann ist eine entspannende Bauchmassage. Nehme hierfür ein paar Tropfen geeignetes Öl auf deine vorgewärmten Hände und streichle deinem Baby sanft und im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum über das Bäuchlein. Probiere vorher eine ruhige und entspannte Atmosphäre zu kreieren, damit dein Baby sich besser auf die Massage einlassen kann. Auch ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch kann deinem Baby gegen Luft im Bauch helfen.
  • Viele Babys beruhigen sich viel schneller, wenn sie getragen werden. Probiere es mal mit einem Tragetuch oder einer Trage. Dabei hast du sogar die Hände frei und kannst während dein Baby (hoffentlich) genüsslich im Tuch oder der Trage schläft, sogar noch etwas im Haushalt schaffen.
  • Wenn dein Kind besonders Abend überdreht scheint und nicht zur Ruhe kommt, können abendliche Einschlafrituale wie zum Beispiel Lieder oder eine Geschichte helfen.

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3-Monats-Koliken – Tipps für den Notfall

Ein Schreibaby ist für Mütter und Väter eine enorme Belastung, die ernst genommen werden muss. Schließlich benötigen auch Eltern mal eine Pause oder zumindest ein paar Stunden Schlaf am Tag, damit sie sich gut um ihr Baby kümmern können. Diese Tipps können dir dabei helfen:

  • Probiere den Alltag mit Baby möglichst ruhig und entstand zu gestalten. Zu viel Aufregung und neue Eindrücke können bei Babys zu vermehrter Unruhe und Schreien führen, was dann wiederum zu Luft im Bauch, Blähungen und mehr Bauchweh führen kann.
  • Tausche dich mit anderen Mamas oder Papas aus, die ähnliches erleben. Vielleicht haben sie ein paar Tipps und Tricks auf Lager, die auch deinem Kind helfen können.
  • Wenn ihr zu zweit seid, dann probiert euch mit dem Schlafen und dem Baby abzuwechseln. Ihr seht vielleicht eine Weile lang nicht mehr so viel voneinander, aber jeder kann sich zwischendurch mal ausruhen und das Baby ist trotzdem immer versorgt. Alleinerziehende Eltern könnten probieren sich diesbezüglich an Freunde und Familie zu wenden.
  • Wenn das alles nicht klappt oder zumindest nicht genug hilft, kannst du dich an die Schrei-Ambulanz wenden, die es mittlerweile in jeder größeren Stadt gibt und genau für solche Fälle gedacht ist. Die Nummer hierfür kannst du ganz einfach online finden und anrufen.
  • Natürlich kannst und solltest du dich jederzeit an deinen Kinderarzt oder deine Hebamme wenden, wenn du Sorgen um das Wohlergehen deines Babys hast oder einfach nicht mehr weiter weißt.

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