Gewichtszunahme beim Baby

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Dein Baby kommt auf die Welt und schon wird es gemessen und gewogen. Und diese Gewichtskontrolle ist nur eine von vielen, die es in seinen ersten Lebensmonaten erleben wird. Denn eine gesunde Gewichtszunahme ist neben dem Wachstum unverzichtbar für die Entwicklung deines Kleinen.

Doch an welchen Werten kannst du dich orientieren? Und was, wenn dein Kleines nicht zunehmen will? Das und vieles mehr wollen wir euch hier erklären.

Welches Gewicht sollte dein Baby haben?

gewichtszunahme baby bild 1

Für die perfekte Entwicklung eures Kindes ist eine gesunde Ernährung und dauerhafte Gewichtszunahme äußerst wichtig. Doch welches Normalgewicht sollte ein Baby haben? Das lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Denn bei der Gewichtsentwicklung kommt es auf verschiedene Faktoren an. Erstmal ist natürlich das ursprüngliche Geburtsgewicht deines Babys zu beachten. Außerdem gibt es eine Tabelle von Durchschnittswerten, auf der du ablesen kannst, welches ungefähre Gewicht dein Baby zu welchem Zeitpunkt haben sollte. Diese sind von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgesetzt und können dir helfen einen Anhaltspunkt zu finden.

Junge (Gewicht in Gramm) Alter Mädchen (Gewicht in Gramm)

3500 Geburt 3400

4500 1 Monat 4200

5600 2 Monate 5100

6400 3 Monate 5800

7000 4 Monate 6400

7500 5 Monate 6900

7900 6 Monate 7300

8300 7 Monate 7600

8600 8 Monate 7900

8900 9 Monate 8200

9200 10 Monate 8500

9400 11 Monate 8700

9600 12 Monate 8900

Wie schnell sollte mein Baby an Gewicht zunehmen?

Bitte vergiss nicht, dass diese Tabelle aus Durchschnittswerten besteht, also kein Grund zur Panik, wenn das Gewicht deines Babys von den Werten in der Tabelle abweicht. Schließlich richten sich Babys nicht nach Durchschnittswerten und Geburtsgewicht und Genetik spielen bei der Zunahme natürlich auch eine große Rolle.

Wichtig ist, dass insgesamt eine kontinuierliche, positive Entwicklung des Gewichts zu erkennen ist. Bis dein Baby 6 Monate alt ist, sollte es in etwa 140 bis 200 Gramm pro Woche zunehmen. In den folgenden Monaten bis zum 12. Lebensmonat sollten es rund 85 bis 140 Gramm pro Woche sein.

In den ersten Tagen nach der Geburt wird dein Baby auch erst einmal an Gewicht verlieren, dies geht bis zum 5. Lebenstag so. Dies ist völlig normal und du brauchst dir darüber keine Sorgen machen. Dein Baby hat nämlich noch einige Energiereserven mitgebracht. Beim reifen Neugeborenen kann die Gewichtsabnahme bis zu 10% des Geburtsgewichts betragen, bei Frühgeborenen oder Mangel geborenen bis zu 5%. Sie verlieren an Gewicht, weil sie Flüssigkeit und auch das Mekonium (Kindspech) ausscheiden. Das Maximum des Gewichtsverlustes wird meistens am 3. bis 4. Lebenstag erreicht.

Babys, die mit einem Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, haben eine größere Menge an Flüssigkeit an Board. Das liegt daran, dass du als Mutter in dem Fall während des Kaiserschnitts normalerweise intravenöse Flüssigkeit erhältst und diese das Baby mit Aufschwemmen lassen können. In Deutschland ist es aber üblich, das Babys sofort nach der Geburt gewogen werden und dieses Gewicht als Ausgangsgewicht für die darauffolgenden Tage genommen wird. Daher sollten Babys, die mit einem Kaiserschnitt geboren wurden, lieber noch einmal 12-24 Stunden nach der Geburt gewogen werden, um ein realistisches Ausgangsgewicht zu erhalten und ein eventuelles zu frühes Zufüttern zu umgehen.

Nach dem 5. Lebenstag sollte dann aber ein Gewichtsanstieg beginnen, und bis zum 14. Lebenstag sollte dein Kleines sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben. Sollte dein Baby am fünften Lebenstag noch kein Gewicht zugenommen haben oder sollte es am 14. Lebenstag sein Geburtsgewicht noch nicht geschafft haben, dann kann hier eine Wiege-Probe sinnvoll sein. Dabei wird das Kind vor und nach dem Stillen beziehungsweise dem Füttern gewogen, um so eine genauere Sicht zu bekommen, wie viel Milch das Kind pro Mahlzeit zu sich nimmt. Diese Probe sollte aber nicht als selbstverständliches Vorgehen zählen. Denn diese können euch als frische Mutter sehr verunsichern und eine Unruhe in die sensible Situation der ersten Tage zwischen dir und deinem Baby bringen. Ob dein Baby nun genug Milch in den ersten Tagen zu sich nimmt, solltest du lieber an dem Allgemeinzustand deines Kindes und der Gewichtszunahme ausmachen.

Wöchentliche Gewichtszunahme

Säuglinge nehmen aber in Stufen zu und nicht kontinuierlich. Hier sind die Richtwerte noch mal für die wöchentliche Gewichtszunahme:

  • 1. Monat: 130-200 Gramm/ Woche
  • 2. Monat: 170-210 Gramm/ Woche
  • 3. Monat: 150-180 Gramm/Woche
  • 4. Monat: 130-160 Gramm/Woche
  • 5. Monat: 110-140 Gramm/Woche
  • 6. Monat: 100-130 Gramm/Woche
  • 7. und 8. Monat: 90-120 Gramm/Woche
  • 9. und 10. Monat: 70-110 Gramm/Woche
  • 11. und 12. Monat: 60-90 Gramm/Woche

Die Gewichtskurven

In den ersten Monaten nehmen gestillte Kinder oft schneller an Gewicht zu als Kinder, die mit der Flasche gefüttert werden. Mit einem halben Jahr holen diese Kinder dann aber auf, und mit einem Jahr sind die gestillten Babys normalerweise schlanker als ihre Altersgenossen, die von Beginn an mit der Flasche gefüttert wurden. Das ist auch unabhängig davon, ob und wie viel Beikost eurer Baby schon bekommt. Der Kinderarzt beurteilt die Gewichtszunahme anhand von sogenannten Perzentilen. Diese Wachstumskurven sind in Deutschland nach Flaschen ernährten Kindern erhoben wurden. Bei ausschließlich gestillten Kindern empfiehlt es sich die Wachstumskurven der WHO heranzuziehen. Dein Baby wird bei den normalen Vorsorgeuntersuchungen gewogen, das heißt zwischen dem 3. und 7. Lebenstag, meistens ist das beim Verlassen des Krankenhauses. Dann wieder nach dem ersten Lebensmonat, zwischen dem zweiten und dritten Lebensmonat, mit 4 Monaten, 6 Monaten und 9-12 Monaten. Willst du dein Baby zu Hause zusätzlich wiegen, solltest du, wenn möglich, stets dieselbe Waage dafür benutzen und am besten immer zur selben Uhrzeit wiegen. Lass dich aber nicht durch das Wiegen daheim verunsichern. Es gibt Faktoren, an denen sich ein gutes Zunehmen beziehungsweise Gedeihen erkennen lassen:

  • Gesundes Aussehen: Rosige Bäckchen statt fahlem Hautton und munteres Verhalten statt Apathie sind die Anzeichen für ein Baby, das womöglich einfach nur langsam zunimmt, ohne dass ein Problem vorliegt.
  • Dein Baby nimmt mindestens 5 bis 8 Mahlzeiten am Tag zu sich.
  • Die Dauer beim stillen beträgt meistens mindestens 10 bis 15 Minuten pro Brust.(Was aber natürlich auch von Kind zu Kind und je nach Saugstärke und Milchfluss der Mutter variieren kann)
  • Dein Baby hat 6 bis 8 nasse Windeln am Tag.
  • Dein Baby hat regelmäßig Stuhlgang, dies kann bei gestillte Babys von mehrmals am Tag bis hin zu alle paar Tage mal mal sein.
  • Der Bauch sieht etwas ausladend aus.
  • An den Fingern sieht man leichte Fettpölsterchen: In den ersten sechs bis zwölf Monaten zeigen sich auch oft kleine Fettpölsterchen im Gesicht, an den Schultern, den Oberschenkeln und am Gesäß. Dies ist ganz normal und noch lange kein Zeichen für ein Übergewicht. Mit etwa fünf Monaten hat sich das Geburtsgewicht eures Babys nahezu verdoppelt und am Ende des ersten Lebensjahres so gut wie verdreifacht. Wie sich Gewicht und Größe eures Kindes entwickeln, wird bei den Früherkennungsuntersuchungen im Gelben Vorsorgeheft für euch Eltern festgehalten.

Warum nimmt mein Baby nicht zu?

Manche Kinder haben ihr ganz eigenes Tempo beim Zunehmen. Trotz dieser Schwankungen sollte aber eine dauerhafte Gewichtszunahme zu beobachten sein. Als grobe Faustregel gilt: Ein Baby sollte in den ersten fünf Monaten sein Geburtsgewicht verdoppelt haben. Beim Abschluss des ersten Lebensjahres sollte es dann dreimal so viel wiegen wie bei der Geburt.

Sollte dies nicht der Fall sein, kann das unterschiedliche Gründe haben:

  • Allgemeine Probleme beim Stillen: Gerade bei Müttern, die das erste Mal gebärt, haben, kann es schon mal eine Weile dauern, bis sich der Milchspenderreflex richtig eingespielt hat. Genauso gibt es auch Kinder, die erst einmal Probleme beim Saugen haben und ein bisschen Übung benötigen. In beiden Fällen ist die Hebamme die erste Ansprechpartnerin.
  • Zu geringe Milchbildung: Warum die Milch nicht richtig fließen will, kann einige Ursachen haben. Von falscher Ernährung über zu seltenes Anlegen (weniger als achtmal am Tag) bis hin zu großer Erschöpfung. Sprecht in dem Fall mit eurer Hebamme und lasst euch dahin gehend von eurem Partner unterstützen.
  • Einnahme von Medikamenten: Es können bestimmte Arzneimittel in die Milch übergehen und so Appetitlosigkeit beim Kind verursachen. Deshalb sollte eine Medikamenteneinnahme während der Stillzeit immer mit dem Arzt abgeklärt werden.
  • Magen-Darm-Störungen oder Infektionen: Magenprobleme sind bei voll gestillten Kindern eher selten. Doch akute Infekte erhöhen den Energiebedarf und verderben den Kleinen nicht selten den Appetit.
  • Angeborene Ursachen: Manchmal liegt auch eine Stoffwechselstörung vor.

Was kann ich eine gesunde Gewichtsentwicklung fördern?

Es ist wirklich jeder Frau selbst überlassen, ob sie stillen will oder nicht. Oft gibt es hier auch gesundheitliche Gründe, die eine Ernährung mit Ersatzmilch notwendig machen. Das ändert aber nichts an der Tatsache: Muttermilch ist in den ersten 6 Monaten das Beste für euer Baby, auch in dem Punkt Gewicht. Und dass, obwohl es bei Flaschenkindern eine größere Gewichtszunahme zwischen dem dritten und zwölften Lebensmonat gibt, als bei voll gestillten Kindern. Aber lasst euch davon nicht beirren: Stillen erlaubt generell eine andere Entwicklung der Fettzellen, Darmflora und der Entwicklung des Körpers.

Babys mit Behinderung – Zu leicht, zu schwer?

Es gibt Kinder, die aufgrund einer Behinderung weniger Appetit entwickeln. Andere hingegen essen wegen Kau- oder Schluckbeschwerden weniger als, wie es nötig wäre. Du solltest daher, damit dein Kind nicht zu dünn wird oder gar abmagert, etwas Fett zu jeder Mahlzeit hinzufügen. Durch kleinere, aber mehrere Mahlzeiten kannst du zusätzlich damit die Nahrungsmenge langsam erhöhen. Sobald die Mahlzeiten interessanter und abwechslungsreicher werden, bekommen die Kinder meistens mehr Lust aufs Essen. Es kann unter bestimmten Umständen auch eine ballaststoffreiche Trink- oder eine Nahrungsaufnahme über eine Sonde sinnvoll sein. Hier kannst du dir sonst auch Rat bei spezialisierten Ärzten und Ärztinnen einholen.

Da sich viele Kinder mit einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit nicht so gut und dadurch weniger bewegen können, neigen sie schnell zu Übergewicht. Ganz besonders Eltern von Kindern mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21) sollten darauf achten, ihren Kindern so wenig wie möglich zuckerhaltige Getränke oder Süßigkeiten zu geben. Selbst bei Milchprodukten wie Milch, Joghurt oder Quark sollte darauf geachtet werden, das nur Produkte mit einem Fettgehalt von 1,5 % verzehrt werden. Darüber hinaus ist es ratsam, Margarine und Butter zu reduzieren. Aber: Seid bei der ganzen Frage ums Essen nicht ganz so streng, diese sollte nämlich nicht immer in einem Kampf zwischen Euch und Euren Kindern enden. Nicht selten genügt es schon, das Essen entspannt anzugehen.

Wann muss man zu einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin gehen?

Wann immer du dir unsicher bist mit deinem Baby und dir Sorgen macht, das etwas nicht stimmen könnte, kannst du dich immer an deinen Kinderarzt oder eure Kinderärztin wenden. Egal ob es Fragen zum Gewicht sind oder du dir Sorgen macht, ob dein Baby genug Milch erhält, lass es in der Praxis abchecken. Auf jeden Fall solltest du deinen Kinderarzt oder eure Kinderärztin aufsuchen, wenn:

  • wenn dein Kind auffällig wenig und kraftlos trinkt, viel spuckt oder erbricht,
  • wenn dein gestilltes Baby trotz häufigem Anlegen nicht vollkommen satt wird,
  • wenn dein Baby nicht richtig wächst und gedeiht,
  • wenn du generell Bedenken zum Körpergewicht eures Babys habt.

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